09 Tipps Dortmund

09 Tipps für den Tag der Trinkhallen

Bömskes, Bier und Budenzauber - der Tag der Trinkhallen ist zurück und bringt das Ruhrgebiet auf Touren. Wir lieben unsere Dortmunder Buden. Hier wirst'e immer - wirklich immer - nett per Du empfangen, kannst locker schnacken und auf'm Sonntag noch den ein oder anderen Notkauf tätigen. (Dauerbrenner: Tütensüppchen - der Elektrolyte wegen.) Wie eine fürsorgliche Mutter - Dein Büdchen ist immer für Dich da (auch bis tief in die Nacht) und hat stets ein offenes Ohr, wenn Dein Tag mal wieder die absolute Vollkatastrophe war. Komm, Kind, nimm Dir noch n Klümpchen und 'n Fußpils - morgen sieht der Tag schon wieder anders aus. Das berufliche Leben eines Kioskbesitzers ist manchmal gar nicht so leicht - wie auch, wenn der Preis für eine gemischte Tüte seit Jahrzehnten bei einem Euro stagniert. Also, geh raus, die Bude Deines Vertrauens unterstützen. Erstmal am Samstag, aber dann auch die Tage drauf. Aber, ey, gib nicht wieder Dein ganzes Geld für Süßigkeiten aus! Ehre wem Ehre gebührt - feier den Tag der Trinkhallen mit unseren 09 Tipps.

 

01. Den Tag der Trinkhallen mit dem Rad

Der Tag der Trinkhallen lädt zu einer ausgedehnten Budentour ein. In Dortmund sind ganze 18 Buden mit von der Partie, geschweige denn die Kiosks, an denen Du auf Deiner abenteuerlichen Reise notgedrungen vorbeikommen wirst. Warum also nicht den Drahtesel startklar machen, in den Sattel schwingen und quer durch die City radeln? Der Organisator RuhrTourismus empfiehlt Dir die Strecke Dortmund - Witten. Hier geht's zur Radkarte. Wir meinen, dass 20 Kilometer doch ein paar zu hastige Biere bedeuten. In den folgenden Tipps haben wir Dir ein paar Buden im Innenstadtgebiet zusammengefasst, die Du entspannt zwischen 15 und 22 Uhr (Programmzeiten) abradeln kannst. Neben den offiziellen Programmbuden, haben sich nämlich auch ein paar weitere Trinkhallen tolle Aktionen einfallen lassen. Unsere Strecke ist knapp 12 Kilometer lang und kann auch leicht beschickert gut gemeistert werden. (Wir drücken die Daumen.)

 

02. Eine gemischte Tüte für 1 € bitte

Ein möglicher Einstiegspunkt ist der Kiosk ZWISCHENSTOPP; super zentral gelegen, an der U-Haltestelle Kreuzstraße. Der Zwischenstopp ist eine offizielle Programmbude. Hier wird frei nach dem Motto "gemischte Tüte" musiziert, gelesen und verpflegt. Ab nachmittags ist hier Jann Tholen für die Beschallung zuständig. Freu Dich auf ruhige, aufwendig arrangierte Songs in feinster Indie-Piano-Pop-Manier. Daneben liest Kay Kastner Tagebuchtexte. Auch Du bist herzlich zum Diary Slam eingeladen - wer die Traute hat, kann selbst seine persönlichsten literarischen Ergüsse vortragen. Das Team um Chef Tahsin mischt Dir dazu ein Tütchen Naschzeug. (Schon auf unserem Vorbesuch haben wir uns im Zwischenstopp total verquatscht. Klar - bei einem so tollen, herzlichen Team und einer so sympathischen Bude.) Als Hauptgang kommen dann noch beste türkische Fleischspezialitäten wie Sucuk auf den Grill und dazu Bulgursalat und Börek auf den Teller. An den offiziellen Buden bekommst Du außerdem ein offizielle Trinkhallen-Karte, damit Du weißt, wo's langgeht.

 

Kiosk Zwischenstopp - Kreuzstraße 103

 

03. Film ab im Kreuzviertel

Die TRINKHALLE KILIC ist Deine typische Eckbude mit Stehcafé. Das Ehepaar betreibt den Kiosk bereits seit mehreren Jahrzehnten. Er bildet die Ecknaht der süd-westlichen Innenstadt und hält irgendwie das Viertel zusammen. Zum Tag der Trinkhallen wird der Kiosk zur Filmbude. Über den Tag zeigt INTERKULTUR RUHR das Projekt "Schmelztiegel Ruhrgebiet - Alltag schreibt Geschichte". Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschnitt aus privaten Familienfilmen aus den 1940er bis 1990er Jahren, die das Leben und Ankommen im Ruhrgebiet veranschaulichen. Du bekommst einen ganz persönlichen, authentischen Einblick in das Ruhrgebiet von Oma, Opa, Mama, Papa. Ein Vergangenheitstraum im Super-8-Format - nicht nur für Filmfreaks ein absolutes Schmankerl. Dazu gibt es Malen mit Dozentinnen der Kunstschule Pia und stilecht Schlager von Gerhard, 80 Jahre, und seinem Akkordeon. 

 

Trinkhalle Kilic - Am Südwestfriedhof 5

 

04. Chillen im hipsten Hinterhof Dortmunds

Weiter geht's in's Unionviertel. Wer den ADLERKIOSK nicht kennt, hat die letzten Jahre wohl durchgepennt. Familie Eroglu veranstaltet immer wieder tolle Musik- und Kulturevents. Natürlich wird es auch hier Programm geben - voraussichtlich eine Graffitiwand zum sich Verewigen. Das hängt aber (wie bei allen Buden) stark vom Wettergott ab. So oder so lohnt es sich aber immer, die tollen Kunstwerke auf dem großflächigen Hinterhof zu entdecken. Mindestens ein Wandbild sollte auch dem versierten Besucher neu sein - das wird grad nämlich noch von einer Mädelstruppe fertiggestellt. Schnapp Dir also ein leckeres Flaschenbier Deiner Wahl und spazier durch die bunt besprühte Outdoor-Gallerie. 

 

Adler 59 - Adlerstraße 59

 

05. Bestem Slam applaudieren im Klinikviertel

Der MINIMARKT im Klinikviertel ist in diesem Jahr wieder Schauplatz von etwas Großem. Auf dem Vorplatz lesen hier am Tag der Trinkhallen 6 hochrangige Slam-PoetInnen. Das Format "Best of Slam" präsentiert Dir fulminante Wortkunst - mal zum Lachen, mal herzergreifend und mal zum zustimmend reinrufen. Moderiert wird von Özge Carkirbey. Die Programmbude "Kleinkust" ist ein super Ort um einfach mal zuzuhören, durchzuschnaufen und sich in aller Ruhe ein Käffchen zu gönnen.

 

Cihans Minimarkt - Wilhelmstraße 86

 

06. Kunst gucken

Zur nächsten Bude ist es dann auch gar nicht so weit; einmal über die Hohe Straße und schon bist Du auf bestem Kurs zum KUNSTBONBON. Das Kunstbonbon ist eine ehemalige Trinkhalle, die seit 2015 als Kunstgalerie genutzt wird. Alle 4-5 Wochen präsentieren neue Gastkünstler ihre Werke. Bunte „Krempelkunst“ von Karin Schmidt ist dafür ständig vorrätig. Zum Tag der Trinkhallen zeigt Michael Wienand seine Ausstellung „Anne Bude“. Im Zentrum stehen 3D-Bildobjekte, die Trinkhallen des Ruhrgebiets und Stadtansichten zeigen. Außerdem kannst Du hier kräftig die Lostrommel rühren - es gibt eine Tombola mit Nieten, Trostpreisen, Freilosen und Gewinnen. Der Erlös geht an das Kinderhospiz Regenbogen. Komm rum, guck Kunst und tu was für den guten Zweck. 

 

Das Kunstbonbon - Chemnitzer Str. 11

 

07. Bergmann-Spezial frisch in's Glas gezapft

Wie aufregend, an der Saarlandstraße gibt's was Neues. Zusammen mit ihrem Mann hat Corinna vor ein paar Wochen ihre BUDE 116 EINHALB eröffnet. Die altehrwürdige Traditionstrinkhalle erstrahlt nun in neuem Glanz, mit vielen frischen Ideen und einem überragend sympathischen Team. Täglich kannst Du hier frisches Bergmannbier aus Glas und Flasche genießen. Dazu gibt's ein paar Knabbereien auf die Hand. Am Tag der Trinkhallen wir hier kulinarisch richtig groß aufgefahren. Es gibt Neuland-Burger aus der pop-up Beef-Bude. Dazu empfehlen wir ein Fläschchen Hopfensünde oder ein schön süffiges Bergmann Spezial vom Fass. Auf die Ohren gibt's auch was - eigens von Corinna eingestielt (- die Bude ist nämlich keine offizielle Programmtrinkhalle). Von 17 bis 18 Uhr spielen Finn und Jonas Ulrich, das Singer-Songwriter Zwillingspaar, schönste Akustikklänge in Wohnzimmeratmosphäre. Zwei Dortmunder Jungs, zwei Gitarren - spitzen Sache im super gemütlichen Gastraum. 

 

Bude 116 Einhalb - Saarlandstraße 116 1/2

 

08. Ergib Dich dem Funk

Auch die BUDE 19.51, an der Kreuzstraße ist keine offizielle Programmtrinkhalle. Top, dass Chef Muharrem sich trotzdem was Außergewöhnliches hat einfallen lassen. Am Nachmittag können hier verkappte Gitarrengötter einen zum Besten geben. Die Ansage lautet: open stage, komme, wer wolle. Ab 18 Uhr gehen dann Joey Baydano und Peter Bollmann auf die Bühne. Im Anschluss geht's dann weiter mit Funky Disco. Das ist nichts Neues in der Bude 19.51 - der Kiosk ist mit Lichtschow und Discokugel ausgestattet. Wenn's erstmal dunkel wird, kommt hier richtiges Feierstimmung auf. Falls Deine Füße vom vielen Laufen und Radeln noch nicht bluten, kannst Du hier noch eine heiße Sohle auf's Budenparkett legen. 

 

Bude 19.51 - Kaiserstraße 101

 

09. Abschlussbier am Kultkiosk schnasseln

Den besten Ausklang findet Dein Tag an einer der beiden wohl bekanntesten Trinkhallen in Dortmund - dem Bergmannkiosk und dem 24-Stunden Alpha Store. Rund um die Uhr geöffnet, das ist schon mal ne Ansage. Zu realisieren ist das nur mit einer handvoll motivierter Mitarbeiter und einem Chef, der es versteht, sich selbst nicht zu bierernst zu nehmen. Der 24-Stunden-Kiosk an der Kaiserstraße hat ALLES. Vom Waschmittel, über die Sülze im Glas, bis zum Frischobst - mit diesem Kiosk in Deinem Viertel kann die Welt ruhig untergehen, Du bist in der Apokalypse superb versorgt. Am Tag der Trinkhallen spielt hier obendrein noch Musik. DJ Dash und Kollegen kommen vorbei und lassen das Kopfsteinpflaster beben. Komm vorbei und stöber, tanz im (von Kronen gekrönten) besten Kiosk Dortmunds. 

 

Dich zieht's eher zurück in's Stadtzentrum. Dann ist der Bergmannkiosk Deine Adresse. Hier abends ein frisch gezapftes Pils zu schnasseln ist ein Muss für jeden Sommer. Am Nachmittag bringt Christoph Schurian das kleinste Fußballmuseum der Welt mit zur Trinkhalle am Wall und erzählt von der Bedeutung des Fußballsports im Revier. Anschaulich gemacht wird das Ganze durch Fotos, Filme und Exponate zum Anfassen - auch Kloppo soll drin vorkommen. In den Abendstunden kannst Du Dich dann wieder in Ruhe Deiner Lieblingsbeschäftigung hingeben - dem einarmigen Bierbecherstemmen. 

 

 24-Stunden-Kiosk - Kaiserstraße 203 & Bergmannkiosk - Hoher Wall 36

 

Wir haben Dir unsere TdT-Favoriten in einer Google-Karte zusammengefasst: https://bit.ly/2BJdOeq

Viel Spaß in der Stadt!