Familie Dortmund

Durch die Bolmke zum Schultenhof

Blätter wie ein bunter Teppich – unsere Gastautorin Alexandra mag die Natur im November. Gemeinsam mit ihren Kindern ist sie durch die Bolmke zum Schultenhof gelaufen. Im Wald und auf dem Hof können sie fast vergessen, wie nah die Stadt eigentlich ist. Hier kommt ihr neuester Ausflugstipp!

 

Ein Gastbeitrag von Alexandra Kryaneva – Mutter von zwei Kindern und begeisterte Reise-Berichterstatterin, auch über Dortmund (www.ichwohnehier.com). Ausführlich stellt sie sich hier vor.

 

Hallo November!

 

Ich freue mich auf ganz viele goldene Herbstmomente in den nächsten Tagen. Es ist schön, die Bäume in vollem Herbstlaub zu sehen. Und vor allem mag ich, wie das Laub raschelt, wenn ich durchlaufe. Blätter sammeln, Herbstlieder mit den Kindern singen, beim Sonnenschein Fahrrad fahren und mit meiner Kamera diese zauberhaften Momente einfangen – das ist erstmal der Plan.

 

Doch dieser November wird ganz anders für uns alle sein. Ohne einen Sankt-Martins-Umzug im Westfalenpark, bei dem wir in den vergangenen Jahren gerne mitgelaufen sind. Die Laternen werden trotzdem angemacht. Und vielleicht nutzen wir jetzt die Zeit ohne die ganze Hektik, um die schönen Momente mit unseren Lieben zu genießen.

 

Bratäpfel mit Honig, Wirsing und Grünkohl-Eintöpfe sowie Kürbisse in verschieden Variationen kommen bei uns im November häufig auf den Tisch. Und es beginnt die Vorfreude auf Weihnachten. Wir bleiben mehr drinnen, basteln, backen und bereiten uns auf den Dezember vor.

 

Zeit für Ausflüge bleibt aber trotzdem. Und auch wenn momentan die Möglichkeiten begrenzt sind, versuchen wir das Beste daraus zu machen. Heute möchte ich Euch einen meiner Lieblings-Ausflugsorte vorstellen, obwohl ich mir ganz sicher bin, dass er Euch bereits vertraut ist: durch die Bolmke zum Schultenhof. Wir sind gerne hier am Wochenende, wenn wir ein stadtnahes Wald-Gefühl haben möchten. Oder nach dem Kindergarten, wenn das Wetter es erlaubt – einfach schnell aus dem Alltag raus in die Natur.

 

Das Naturschutzgebiet Bolmke habe ich kennengelernt, als ich stundenlang mit Olivia, unserer Tochter, mit dem Kinderwagen unterwegs war – in der Hoffnung, dass sie einschläft. Manchmal hat es funktioniert, manchmal eben nicht. Durch diese Spaziergänge bin ich auf die Bolmke gestoßen und fand es sehr schön dort. Später habe ich dann erfahren, dass die Emscheraue unter Naturschutz steht.

 

In der Bolmke fühle ich mich immer wie in einem richtigen Wald. Vor allem während der Woche, wenn es relativ leer ist. Daran, dass die Stadt ganz nahe ist, erinnert einen nur ab und zu das Westfalenstadion, dessen Konstruktion durch die Bäume schaut. Morgens ist die Bolmke ziemlich belebt durch die Hundeliebhaber. Am Nachmittag sind dann viele Jogger unterwegs. Grund dafür ist auch die 800 Meter lange Finnenbahn, die im nordöstlichen Teil der Bolmke liegt.

 

Wir kommen meistens mit dem Rad an und laufen dann über die hügelige Wege Richtung Schultenhof. Die Wege sind im Hebst voller Blätter – es fühlt sich so an, als ob wir auf einem bunten Teppich laufen. Mit dem Rad sollte man hier vorsichtig sein, weil es rutschig werden kann. Ich bin mir sicher, dass bei vielen Familien die Antwort "zum Schultenhof" lautet, wenn es um einen Ausflug geht – denn immerhin ist es ein Hof mitten in Dortmund!

 

Wir sind sehr gerne da. Vergangene Woche, als die Sonne schien, haben wir die Kinder aus dem Kindergarten abgeholt und sind zum Schultenhof gefahren. Als erstes gehen wir die Schweine anschauen – und freuen uns immer sehr, wenn sie grunzen. Das wunderbare Konzept des Schultenhofs, auf dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammen leben und arbeiten, finden wir ganz toll. Nach dem Besuch bei den Schweinchen sind wir zu den Hängebauchschweinen und zu den Pferden gegangen.

 

Früher haben wir uns Stärkung im Hofladen geholt und dann im Café draußen gegessen. Direkt neben dem Café ist ein Spielplatz – sehr praktisch für Familien. Dieses Jahr ist jedoch alles anders und das Café sowie der Spielplatz sind vorübergehend geschlossen. Aber leckere Rosinenbrötchen, andere Backwaren und Kuchen zum Mitnehmen gibt es trotzdem.

 

Im Hofladen – der Hof gehört dem Bioland-Verband an – können Besucher auch die Produkte kaufen, die auf dem Schultenhof geerntet werden: knackige Äpfel, Möhren, frische Kräuter und Salat. Im vergangenen Jahr habe ich zu meiner großen Freude auch Agretti (Mönchsbart) im Laden gesichtet und sofort gekauft. Wir haben dieses Kraut in Italien, in Cinque Terre, zum ersten mal probiert. Es schmeckt sehr gut mit Spaghetti oder in einem Omelett.

 

An der Fleischtheke des Ladens haben die Kinder vor Corona immer ein Stück Mortadella bekommen. Hoffentlich kommen die Zeiten wieder zurück, denn die Kiddies fragen immer wieder danach. ;)

 

Auf meinem Instagram-Kanal zeige ich euch Videos und weitere Bilder von unserem Besuch.

 

Ich wünsche Euch alles Liebe – lasst uns das Beste aus diesem November machen!

 

Eure Alexandra