Familie Dortmund

Wein & Bier

Dies ist eine Anzeige, hinter der wir herzlich gern stehen.

Wein auf Bier, das rat ich Dir. Bier auf Wein, das lass sein. Die alte Binsenweisheit klingelt uns noch im Hinterkopf, als wir das kleine Weinlokal an der Davidisstraße betreten. Wir sind geladen zu „Wein & Bier, das rat ich Dir“. So nennt sich das gemeinsame Projekt vom „Kleinen Weinkoch“ und der Bieragentur Dortmund. Es ist eine Verkostungsreihe, die mit Vorurteilen bricht und Hopfen und Traube zu ebenbürtigen Partnern ernennt. Bierverkostung – gut. Weinprobe – schön. Beides zusammen – das kann doch nur mit Schrecken enden. Alles Quatsch, versichern die Veranstalter Marcus, Markus und Ferdi. Auf das Maß kommt es an.

 

Wein und Bier – das feine Tröpfchen und der bodenständige Hopfensaft werden in vieler Munde oft als unvereinbare Gegensätze angesehen. So isset nun mal: Du bist entweder Fisch oder Fleisch – Wein- oder Biertrinker. Bier, das ist die Maurerkanne: viel, süffig, ex und hopp. Ein Wein dagegen, der muss atmen, mal geschwenkt werden und dann genussvoll auf der Zungen zergehen. Vorurteile hat der Volksmund viele. Entscheidend ist nicht notgedrungen der Geschmack, sondern auch kultureller Sinn – Geschichte, die den beiden vermeintlichen Gegenspielern anhaftet. Bierkultur und Weinkultur – gemessen an der Selbstdarstellung der Brauereien und Weingüter ist das wie Populärkultur und Hochkultur. Denkste. Denn in Wahrheit sieht der versierte Genusstrinker das gar nicht so eng. An manchen Tagen passt halt das eine, an anderen das jeweils andere.

 

Das ist Marcus, auch bekannt als „Der kleine Weinkoch“, auch so aufgefallen. Da er gelernter Sommelier und Weinhändler ist, dreht sich sein ganzer beruflicher Alltag um das Thema Wein. Wenn Du Dich aber den ganzen Tag mit der gleichen Materie auseinandersetzt, hast Du nebenher auch mal Lust auf Abwechslung. In der Freizeit zischt sich Markus auch einfach gern mal ein Pils. Vor ein paar Jahren hat er sich dann mit zwei Kumpels zu den Flaschenbierfreunden zusammengeschlossen und braut seitdem sogar selbst. Bei Ferdi und Markus (mit ‚k‘) ist es genau andersherum. Die beiden Gründer der Bieragentur Dortmund leben für Hopfen und Malz. An so einem gemütlichen Abend im heimischen Garten kann aber auch schon mal ein Fläschchen Wein auf den Tisch kommen. Wein und Bier als jeweilige Alternativlösung. Reicht nicht, dachten die drei, da muss doch noch mehr drinstecken, und berieten sich miteinander. Aus der Zusammenarbeit entstand die Reihe „Wein & Bier“.

 

Wein und Bier, das rat‘ ich Dir

Bei „Wein & Bier, das rat‘ ich Dir“ gibt es immer vier Verkostungsrunden. In jeder Runde probierst Du ein Bier und einen Wein. Die zugehörigen Winzer und Bierbrauer sind meist persönlich vor Ort und erklären und erzählen zusammen mit Marcus und den Jungs von der Bieragentur. Biere und Weine werden im Voraus von den dreien gewählt. Paarungen ergeben sich aus hauchzarten Aromanoten. Süß passt zu süß, herb eher zu herb und auch für die scharfe Ingwernote des Craftbiers findet sich ein Pendant. Wein werden oft mehr Aromen als dem Bier zugesprochen. Laut Marcus stimmt das ganz und gar nicht. Bier ist genauso geschmacksreich. Generell wird am Abend an der Davidisstraße mit vielen Mythen aufgeräumt.

 

Klar, wir sind keine Kenner und können nur den Geschmack beurteilen, aber es ist faszinierend wie die leichten Weine mit den herben Bieren harmonieren. Ähnlich sieht es der Rest der Runde. Das Publikum im Lokal ist überaus offen und wissbegierig. Es ist eine sehr heterogene Mischung. Unter den Besuchern treffen überzeugte Weintrinker und brennende Bierenthusiasten aufeinander. Völkerverständigung am Glas – besser geht’s doch nicht. Am Ende haben beide Seiten ein ganz anderes Verständnis für den jeweils anderen. Und verbrüdert sind nach der vierten Runde eh alle. Im Eifer des Gefechts kann es dann auch einfach mal sein, dass so ein Bierchen mit einem Wein gepaart wird. Himbeer Gose auf Perlwein zum Beispiel. Und der Geschmack des Wein-Bier-Cocktails? Überraschend gut!

 

„Wein & Bier“ liefert eine neue Vision für den Alltag des Schmeckens. Der gemeinsame Abend bricht mit Vorurteilen über die vermeintlich gegensätzlichen Sparten und bringt zusammen, was irgendwie auch zusammengehört. Deine Geschmacksnerven tanzen Tango und Du findest garantiert ein neues Lieblingsbier und einen Lieblingswein. Unserer Runde hat der Abend so viel Freude bereitet, dass uns Marcus am Ende nett auffordern musste, doch bitte endlich nach Hause zu gehen. Und am nächsten Morgen? Sind wir taufrisch erwacht, ohne Koppiene oder andere Wehwehchen. Die Mischung macht’s.