Familie Dortmund

Mit der Familie durch den Lockdown kommen

Wenn Schwimmbäder, Cafés, Sportvereine, Museen und so weiter zu sind, muss man sich als Eltern für die Kids was einfallen lassen. Und sich selbst notwendige Auszeiten einräumen, wie unsere Gastautorin Alexandra festhält. Hier beschreibt sie, wie sie mit ihrer Familie gut durch den Lockdown kommt.

 

Ein Gastbeitrag von Alexandra Kryaneva – Mutter von zwei Kindern und begeisterte Reise-Berichterstatterin, auch über Dortmund (www.ichwohnehier.com). Ausführlich stellt sie sich hier vor.

 

Ihr Lieben!

 

Heute habe ich keinen Ausflugstipp für Euch. Denn im Leben kann es nicht immer nur um die schönen und unterhaltsamen Dinge gehen. Das haben wir in diesem verrückten Jahr 2020 wahrscheinlich alle noch mal stärker gemerkt. Dieses doofe Virus hat uns schon viel Kraft gekostet – und niemand weiß genau, wann es ein Ende nimmt.

 

Irgendwie müssen wir aber trotzdem durch. Jammern nutzt wenig. Vielmehr sollten wir mit allen Mitteln versuchen, unsere innerliche Ruhe zu bewahren. Dabei müssen wir uns nun mal darauf einlassen, dass unser Alltag anders als gewohnt aussieht.

 

Ich möchte Euch ein wenig dabei zu helfen, als Familie gut durch diese Zeit zu kommen. Daher teile ich hier ein paar Ideen und Anregungen mit Euch, die mir und meinen Kiddies helfen, trotz Lockdown nach vorne zu schauen.

 

Die Zeit zuhause bewusst genießen und nutzen

 

Ich weiß, es ist nicht immer möglich, 24/7 alles zu bewundern und zu genießen. Darüber rede ich auch nicht. Da wir aber derzeit wegen des Wetters viel Zeit zuhause verbringen, lohnt es sich, das eigene Zuhause ein wenig gemütlicher zu gestalten. Beim ersten Lockdown im Frühling habe ich viele Sachen ausgemistet, um mehr freien Platz zu bekommen – auch für die Kinder zum Spielen. Zudem empfehle ich Kerzen: Morgens, wenn ich mich an den Schreibtisch setze und es noch düster ist, zünde ich gerne welche an. Mit einer schönen Tasse Tee oder Kaffee kann ich so ganz gemütlich in den Tag starten. Wände streichen, die Einrichtung umplanen, Pflanzen versorgen, Garage und Keller aufräumen, sich von altem Kram trennen – jetzt haben wir Zeit dafür!

 

Mit Routinen durch den Tag

 

Uns zuhause helfen Routinen total. So brauchen wir viel weniger Kraft, um durch den Tag zu kommen. Ich meine nicht, dass jetzt alles durchgeplant und jedes Zeitfenster besetzt werden muss. Aber vor allem die Kindern orientieren sich gern an einem bestimmten Rhythmus und wollen wissen, was sie an diesem Tag erwartet. Das kann sein, nach dem Kindergarten eine Runde spazieren zu gehen, nach dem Abendessen die Spielsachen aufzuräumen oder vor dem Schlafen eine Geschichte vorgelesen zu bekommen. Als die Kitas noch geschlossen waren, haben wir jeden Tag eine "Opa&Oma-Zeit" per Videochat eingeplant: Direkt nach dem Frühstück haben die Großeltern mit den beiden Kindern etwas gebastelt oder ihnen vorgelesen. Das war eine große Unterstützung für uns Eltern. Und bei den Kindern waren Freude und Aufregung groß. Das sind diese kleinen Dinge, die doch sehr stark wirken.

 

Sich Alternativen einfallen lassen

 

Ich habe das Gefühl, dass wir in diesem Jahr fast nichts anderes machen, als nach Alternativen zu suchen, die der Normalität halbwegs nahe kommen. Ein Beispiel: In der vergangenen Woche sind eigentlich alle Laternenzüge zu St. Martin ausgefallen. Aber ich habe viele Familien gesehen, die einfach ihren eigenen kleinen Umzug gestartet haben. Auch wir sind mit den Laternen einmal durch unseren Garten gezogen, während unsere Nachbarn von ihrem Balkon aus mitgesungen haben. Und falls Weihnachten ohne Großeltern gefeiert werden muss, dann werden wir halt eine Online-Bescherung vereinbaren.

 

Projekte starten

 

Als im März alles so schnell dicht war und wir in unserer kleinen Wohnung aufeinander hockten, haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, was wir tun können – für Groß und Klein. Gemeinsam Fahrrad zu fahren, hat mir und den Kindern viel Freude gebracht. So haben wir zahlreiche Touren durch Dortmund – quasi kleine Ausflüge – unternommen. Unerwartet hat sich so mein Blog "Ich Wohne Hier" entwickelt. Zudem haben wir uns ausgedacht, jede Woche Briefe mit Fotos und selbst gemalten Bildern an uns liebe Menschen zu verschicken. Damit machen wir jetzt im November weiter. Und bald kommt auch die Adventszeit mit all den Basteleien und dem Plätzchen Backen, worauf wir uns schon sehr freuen.

 

Als Eltern Zeit für sich finden

 

Dieser Punkt ist derzeit noch wichtiger als ohnehin schon. Als Mama versuche ich, die Kinder bei Laune zu halten. Manchmal ist das aber eine absolute Herausforderung. Und dann muss ich einfach raus – am besten an die frische Luft. Seit März habe ich für mich das Laufen entdeckt, was ich mir vorher nie hätte vorstellen können. Da diesmal die Kitas nicht zu haben, mache ich zudem online Yoga-Kurse, wenn die Kinder nicht zuhause sind. Aber Zeit für sich muss nicht unbedingt mit Sport oder großen Aktivitäten verbunden sein: Ein Buch zu lesen oder einen Film zu gucken, hilft total, die inneren Akkus wieder aufzuladen.

 

Nutzt das Internet

 

Zum Glück es gibt viele Anbieter, die Online-Kurse anbieten. Der TSC Eintracht beispielsweise hat täglich eine Live-Übertragung mit einem vielfältigen Programm für Erwachsene und Kinder. Und da momentan auch der Gruppen-Unterricht in der Musikschule ausfällt, dreht unsere Lehrerin mit ganz viel Liebe YouTube-Videos. Schaut Euch da mal genauer um oder fragt andere Eltern, was es für Optionen gibt.

 

Ich hoffe, Ihr findet etwas, was am besten zu Euch und den Bedürfnissen Eurer Familie passt – und Ihr werdet die Zeit trotz der Einschränkungen gut überstehen.

 

Auf meinem Instagram-Kanal findet Ihr diese Woche ein Rezept für Apfel-Galettes – also besondere Pfannkuchen aus der Bretagne. Die backe ich derzeit fast jede Woche!

 

Ich schicke euch viel Kraft und drücke euch – natürlich virtuell – ganz fest!

 

Eure Alexandra