Familie Dortmund

Menschen aus Dortmund

Den Ruhrpott neu entdecken. Dieses Motto haben sich Fabian, Carsten und Timo auf die Fahnen geschrieben, als sie das Projekt Ruhrpottroamers starteten. Vor allem auf Instagram findest Du ihre Motive, die sie auf ihren Reisen quer durch die Region festhalten. Wir haben uns mit ihnen auf einen Becher Eis getroffen.

Fabian, damals noch als Vorstandsreferent angestellt in einem Bildungsunternehmen in Essen, traf während eines InstaWalks auf Carsten. „Das war im November 2016“, erinnert sie sich. Das Konzept des InstaWalks – eine Truppe Fotografie-affiner Menschen geht interessante Orte ab und postet wie wild auf Instagram –  lässt es schon erahnen: Die zwei sind begeisterte Fotografen, die sich ihre Kenntnisse autodidaktisch erworben haben und seit ihrer Kindheit  fotografieren. Nach einem lockeren „Lass ma‘ treffen“ von Fabian und der darauffolgenden Verabredung in einer Mittagspause wurde schnell aus einer fixen Idee voller Ernst.  

 

Heute ist Fabian raus aus der 9-to-5-Schiene, arbeitet selbstständig als PR-Berater und Experte für Kommunikation, hält Vorträge an der Universität und ist Regionalvertreter für das Ruhrgebiet im Bundesverband Deutsche Startups. Carsten arbeitet schon seit vielen Jahren freiberuflich als Fotograf, hat sich in den vergangenen Jahren auf Porträt- und Eventfotografie spezialisiert, aber auch viele Projekte fotografisch begleitet. Wie Timo ins Team kam? „Timo kehrte da grad von einer langen Reise zurück, Fotografie-begeistert ist der genauso wie wir – da hab‘ ich ihn gefragt“, erzählt Fabian. Timo war gute drei Jahre unterwegs. Ein langgehegter Traum, der ihn nach Australien, Neuseeland und Asien führte. Auf seinen Reisen musste er sich via Internet selbst organisieren, traf auf viele unterschiedliche digitale Nomaden und Reisefotografen und kam mit der Thematik Online-Marketing in Berührung, worauf er sich aktuell spezialisiert. 

 

Bei der Namensfindung für ihr Projekt ließen sie sich von ihren Vorbildern, den German Roamers, inspirieren. Die drei sind auf Kohle geboren und im Ruhrpott aufgewachsen, das englische Verb „to roam“ bedeutet so viel wie schlendern oder umherstreifen. „Ruhrpottroamers beschreibt also genau das, was wir eh immer schon getan haben: Wir erleben unsere Heimat!“ Ein Impuls, der sie die Industriekultur der Region ebenso wie die Natur beidseits der Ruhr oder Klein- und Großstädte erkunden lässt. Ihr Instagram Account spiegelt die Vielfalt des Potts wider: beeindruckende Architektur prominenter Ruhrgebiets-Bauten wie  der Ruhr-Universität Bochum neben der Ruhrtalbrücke im morgendlichen Dunst, Rapsfelder, Industrieruinen, aber auch die Retro-Ästhetik vieler Dortmunder U-Bahnhaltestellen. Den Übergang von Natur zu urbanem Treiben und die Verschmelzung der gesamten Region – die Jungs spielen mit dem Ruhrpott-Klischee und mischen dieses mit ihrer Sicht der Dinge. Denn die Verschmelzung unserer Region ist und bleibt ein spannendes Thema. Und obwohl Städte wie Herne, Bochum und Dortmund quasi eins sind, bleiben sie oft in unserem eigenen kleinen Städte-Universum. Hier setzen die Ruhrpottroamers an: „Nur wenn wir beginnen, den Ruhrpott als ein zusammenhängendes Gebiet zu erkennen, werden wir die Vorzüge der Metropole Ruhr erfahren. Dazu wollen wir mit unserem Projekt beitragen und eine städteübergreifende, überregionale und identitätsstiftende Präsenz aufbauen.“ Wir haben die Jungs gebeten doch einmal durch Dortmund zu „roamen“ und die Stadt aus ihrer Perspektive abzulichten.