Familie Dortmund

Mit Kind und Kegel im Konzerthaus

Die Maus war im Konzerthaus. Und wir waren dabei. Kind und Kegel eingepackt, schickobello gemacht und los ging's. Es war wunderbar - so viel schon mal vorweg.

Dass unser Sprössling total auf Musik steht, textsicherer ist als mein Mann und ich zusammen und gerne mit 'nem Besen Luftgitarre, auf Töpfe Schlagzeug und mit 'ner Gießkannen Trompete spielt finden wir großartig. Dass unser Wirbelwind, der derzeit Hits von der Eiskönigin, Bibi und Tina oder 1,2,3 im Sauseschritt trällert, plötzlich stumm vor Faszination im Konzerthaus sitzt und dem WDR Symphonieorchestar lauscht finden wir mindestens genauso großartig.

 

Die große, orangefarbene Maus mit den Klimperaugen kennt jeder. Schon ich freute mich als Kind auf den Sonntag, wenn die Maus im Fernsehen lief. Und nicht nur ich habe früher spielend leicht von ihr gelernt, auch Greta darf die Sendung mit der Maus schauen und fasziniert mich regelmäßig mit Sätzen wie "Mama, Wasser und Öl vertragen sich nicht, du brauchst mehr Spüli" oder "Mama du musst dir die Hände richtig waschen, auch in den Zwischenräumen, da ist doch Schmutz den man nur unter ner lila Lampe sieht." Ahaa, mein kleines Klugscheißerkind. Mit diesem sind wir also in freudiger Erwartung die Maus zu sehen am vergangenen Sonntag ins Konzerthaus gegangen. Natürlich schickobello. Und viele andere kleine Klugscheißerkinder ebenso. Die Spannung war groß. Auf einem Sitzkissen konnte Greta von ihrem Platz aus besonders gut sehen, eine kleine Schnuckertüte half, die Aufregung zu lindern. 

 

Und dann kam sie, die Maus und Johannes, der Moderator der Maus und nach und nach das Symphonieorchester. Denn das hatte sich "verspätet" und kam nun nach und nach reingetrödelt oder wurde von der Maus aus der Garderobe geholt. Aber gut so, denn so konnte Johannes sich die Musiker schnappen und die stellten ihre Musikinstrumente vor. Gespickt mit einem Mausquiz und Lach- und Sachgeschichten erklärten die Maus und Johannes den Kindern und Eltern wie sich so ein Orchester zusammenstellt, warum die erste Geige so wichtig ist und wer den Bolero komponiert hat. Denn um den und um Maurice Ravel ging es an diesem Tag hauptsächlich. Greta hatte große Augen, hörte interessiert zu,  kicherte über die Maus, vergaß ihre Schnuckertüte promt. Und das will schon was heißen. 

 

Nachdem dann alle Musiker da waren und sich ebenfalls schickobello machten (selbst die Maus hatte eine Fliege um) begann das Orchester mit der Mausmelodie. Besondere Überraschung: Kinder des Mausorchesters durften bei diesem Stück auf der Bühne mitspielen und man hörte, wie die stolz pochenden Kinder- und Elternherzen, die im Takt mitschlugen. Dann musste jeder mucksmäuschenstill sein, denn der Bolero fängt ganz leise an. Und auch alle Kinder im Publikum schafften es mucksmäuschenstill den erst leisen klängen zu lauschen. Dann gewann der Bolero an Fahrt, wurde wilder und lauter. Gretas Mund stand offen vor Faszination. Ich hatte Gänsehaut. Am Ende war Gretas Flechtfrisur ruiniert, weil sie mit offenem Mund die Bewegungen des Dirigenten nachahmte. 

 

Zushause sagte unser Klugscheißerkind zum Papa: "Wenn ich groß bin, spiele ich die 1. Geige oder werde Dirigent und gebe den Takt an." - Ja ne is klar, als wenn sie das nicht eh schon täte ;-)

 

Zur Info: Das Mauskonzert war eine Weltpremiere und erstmalig im Konzerthaus Dortmund aufgeführt. UNd auch wenn die Maus jetzt erstmal nicht im Konzerthaus ist, gibt es hier jede Menge anderer Konzerte für Familien. Was genau erfährst du hier.

 

Fotos: Michael Aichberger