Familie Dortmund

Bauernhöfe in Dortmund: ahoi!

Ja, auch tolle Innenhöfe hat Dortmund aber dieses Mal hat sich die Bloggerin Fee auf den Weg gemacht und drei Bauernhöfen "ahoi" gesagt. Lies selbst von ihren Entdeckungen, pack Familie und Freunde ein und los geht's!

Schon von klein auf lernte ich eine entscheidende Weisheit über Dortmund: Dortmund ist ein Dorf. Zugegeben: Das größte Dorf Deutschlands, aber eben doch ein Dorf. Eine Aneinanderreihung von unzähligen Vororten, zwar mit einem großen, lebhaften Zentrum, aber gerade in den Randbezirken teilweise sehr ländlich geprägt. Gut, letzteres wurde mir erst später in meinem Leben klar. Als Kind nahm ich die Aussage einfach so hin. Für mich war Dortmund die große, weite Welt. Bis ich die große, weite Welt sah und feststellte: Dortmund ist tatsächlich ein bisschen anders.

Nun habe ich mich trotzdem immer als Stadtkind gesehen und meine Wahrnehmung auf Dortmund daher auch von jeher etwas auf diesen Aspekt reduziert. Der Rest war da, spielte aber für mich so gut wie keine Rolle. Zu behaupten, ich wäre naturverbunden aufgewachsen, wäre der größte Euphemismus in der Geschichte der Euphemismen. Ich war ein Kind, das Angst vor Tieren hatte und Dreck verabscheute. „Ländliches Leben“ war etwas, das ich höchstens mit einer Art wissenschaftlicher Neugier betrachtete.

Und so rückte erst relativ spät die Tatsache in meinen Fokus, dass es in Dortmund haufenweise Bauernhöfe gibt. Echte Bauernhöfe, die von der Landwirtschaft leben. Die Felder bewirtschaften und Tiere halten. Zwar mehrheitlich in kleinerem Rahmen als die Höfe, die ich von den seltenen „Ab aufs Land“-Urlauben mit meinen Eltern kannte oder die am Autofenster bei unseren Fahrten in die Eifel zu meinen Großeltern an uns vorbeizogen, aber eben doch Bauernhöfe. Von denen sich viele auf die eine oder andere Art sehr lebhaft am Stadtgeschehen beteiligen und die auch Besuchen von interessierten „Nachbarn“ durchaus offen gegenüberstehen. Was die meisten dieser Nachbarn, die nicht in unmittelbarer Umgebung leben, aber überhaupt nicht wissen. Und das gilt es zu ändern.

Ich rückte daher in den letzten Wochen gleich mehrfach in hehrer Mission aus meinem Stadtkind-Domizil aus. Drei sehr verschiedene Dortmunder Höfe standen auf meinem Programm. Und ohne direkt zu Beginn zu viel verraten zu wollen: Ich bin jetzt großer Bauernhof-Fan.

 

AWO-Schultenhof – Leben und Arbeiten auf einem ökologischen Betrieb

Der Schultenhof in Dortmund-Renninghausen ist anders und das merkt man auch recht schnell. Ich bin noch keine zehn Minuten vor Ort, da habe ich schon etliche der Mitarbeiter kennengelernt. Denn in dem ökologischen Landwirtschaftsbetrieb der AWO arbeiten nicht nur, aber vor allem Menschen mit Behinderungen. Und mit meiner großen Kamera um den Hals falle ich hier anscheinend auf wie ein bunter Hund. „Hallo, wer bist du?“, werde ich direkt zu Beginn gleich mehrfach gefragt. Ich stelle mich vor. „Bist du von der Presse? Möchtest du ein Foto von mir machen?“ „Später vielleicht“, sagt Karin Seese, die mich über den Hof führt, lachend in Richtung meiner „Belagerer“ und lotst mich als erstes in Richtung des großen Gewächshauses.

Ursprünglich wurde der Schultenhof von der AWO so konzipiert, dass alle behinderten Menschen, die hier arbeiten, auch auf dem Hof leben sollten. Direkt zu Beginn kommt man als Besucher an dem großen Gebäude mit 24 Wohneinheiten vorbei. „Mittlerweile haben wir aber gemerkt, dass auch unsere behinderten Mitarbeiter gerne nach der Arbeit richtig nach Hause kommen. Wenn sie hier auf dem Hof leben, fühlen sie sich, als seien sie rund um die Uhr im Dienst“, erzählt Karin. Deswegen arbeiten die Hofbewohner heute fast alle in anderen AWO-Werkstätten, während die Hof-Mitarbeiter in anderen Unterkünften untergebracht sind. Und die kümmern sich um so ziemlich alles, was auf dem Hof so anfällt. Vom Gewächshaus und den Feldern über die Tiere bis zum Hofladen und zum Hofcafé. Je nach persönlichen Stärken und auch Interessen.

Während im Gewächshaus gerade vor allem Gurken, Zucchini, Auberginen und Tomaten vor sich hin reifen, ist eine Gruppe von vier oder fünf Mitarbeitern auf dem Feld mit der Zwiebelernte beschäftigt. Am Ende der Nutzflächen schließt sich die Bolmke an und am Horizont, über den Baumwipfeln, kann man das Stadion und den Florian sehen. Der Hof arbeitet streng nach Bioland-Richtlinien und verwendet daher keine Pestizide oder Kunstdünger. Stattdessen sorgen Nützlinge dafür, dass Schädlinge möglichst ferngehalten werden. Das Gemüse kann anschließend entweder im angeschlossenen Hofladen vor Ort oder auch in diversen Bioläden im ganzen Stadtgebiet gekauft werden. Am Feldrand stehen ein paar mit dicken Äpfeln beladene Bäume, Spaziergänger mit Hunden laufen vorbei und während ich da so stehe und versonnen in die Gegend starre, spricht mich erneut eine der Mitarbeiterinnen an: „Ist schön unser Hof, oder?!“

Neben dem Gemüse-, Getreide-, Kartoffel- und Kräuteranbau gibt es auf dem Hof auch noch etliche Nutztiere. Mastschweine zum einen, aber auch Freilandhühner, ein paar Rinder und Gänse, die dann zu Weihnachten dran glauben müssen. Dabei wird großer Wert auf eine artgerechte Haltung gelegt, die auch von jedem Hofbesucher besichtigt werden kann. Ich kann mich kaum wieder von den rosa Rüsseln losreißen, die sich mir über die Stallbegrenzungen hinweg entgegenrümpfen. Bei den Rindern dagegen muss ich vorsichtiger sein: „Vorsicht, die beißen!“, lässt mich ein wohlmeinender Mitarbeiter wissen, als ich meine Kamera ein Stück zu weit durch den Zaun schiebe. Ja, ich muss noch viel lernen. Aber andere noch mehr als ich: „Legen Kühe auch Eier?“, fragt eins der Kinder, die mit mir am Zaun stehen. Wie gut, dass man hier als Stadtkind die Möglichkeit hat, sich selbst einen ersten Eindruck davon zu machen, wie Landwirtschaft funktioniert. Eier legen nämlich auch auf dem Schultenhof nur die Hühner, die aber gerade auf den großen Freiflächen in der Sonne chillen.

Selbst geschlachtet wird auf dem Schultenhof zwar nicht (die Tiere gehen stattdessen an einen Schlachter in Unna), aber weiterverarbeitet wird wieder direkt vor Ort. Mehrere Metzger stellen über 50 Wurstprodukte her und verwerten das Fleisch zu Braten, Schnitzeln, Steaks und Co., die dann ebenfalls im Hofladen verkauft werden. Aber nicht alle Tiere auf dem Hof sind Nutztiere. Ein kleiner Haustierzoo mit Pferden, Hängebauchschweinen und Kamerun Schafen lädt direkt neben dem ans Hofcafé angeschlossenen Spielplatz zum Streicheln ein. Viele der Tiere, wie zum Beispiel die Pferde, die vorher im therapeutischen Bereich „gearbeitet“ haben, erhalten hier ihr Gnadenbrot. Wer sich nicht nur selbst ein Bild machen, sondern mehr erfahren möchte, kann auch an Hofführungen teilnehmen. Die meisten Gäste kommen aber einfach privat her, um im gut bestückten Bio-Laden einzukaufen oder im hübschen Hofcafé oder auf der Terrasse ein Stück Kuchen zu essen. Und so beginnt sich der Hof gegen Nachmittag auch zusehends zu füllen, vor allem mit Familien mit kleinen Kindern. Dazu gehöre ich zwar nicht, aber auch mir gefällt es hier unter den Bäumen neben dem großen historischen Bauernhaus. Und schmecken tut es auch…

Der Hof an sich sowie der Laden und das Café können jederzeit während der Öffnungszeiten besucht werden. Für Führungen muss man sich vorher anmelden. Alle Informationen gibt es auf der Website des Hofes unter http://www.schultenhof-dortmund.de/.

 

Hof Mertin – Von Erdbeeren und Äpfeln

Wer im Frühjahr zur Erdbeersaison mit offenen Augen durch Dortmund fährt, dem ist der Name „Mertin“ vielleicht schon mal aufgefallen. Er prangt auf Verkaufsständen und neben Feldern in der ganzen Stadt, auf denen die roten Früchte reihenweise zum Selbstpflücken einladen. Nirgendwo bekommt man sie frischer und das lockt bei weitem nicht nur Familien auf die Felder, für die „die eigene Ernte“ ein echtes Erlebnis ist. Das macht nämlich nicht nur Spaß, und zwar sowohl kleinen als auch großen „Kindern“, ganz nebenbei kann man auch noch etwas lernen. Und wenn es nur ist, dass Obst eigentlich nicht aus dem Supermarkt kommt und dass es auch wirklich anstrengend sein kann, wenn man größere Mengen pflücken möchte. Das ständige Bücken, die Sonne, die einem potentiell auf dem Schädel brennt (und den man daher besser mit einer Kopfbedeckung schützt) und die Tatsache, dass man jede einzelne Frucht per Hand abkneifen muss.

Das Herz des landwirtschaftlichen Betriebs, der Hof Mertin an sich, steht übrigens in Dortmund Grevel, in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Lanstroper Ei“, dem markanten Wasserturm im Nordosten der Stadt. Auch wenn es sich um einen klassischen, landwirtschaftlichen Betrieb handelt, der von Bullenmast bis Getreideproduktion viele Bereiche abdeckt, ist der Obstanbau seit den Neunzigern hier eins der Hauptstandbeine. Neben den Erdbeeren werden seit 2010 auch Äpfel angebaut und können ebenfalls zur Saison selbstgepflückt werden. 14 Sorten, darunter auch einige, die man so im normalen Handel kaum oder gar nicht bekommt, stehen zum Verkauf. Als ich den Hof im Rahmen des „Apfelfestes“ im September besuche, bin ich überwältigt von der Vielfalt, auch in geschmacklicher Hinsicht. Ich gebe es zu: Eigentlich habe ich nicht gedacht, dass ich hier wirklich Äpfel finden würde. Bisher habe ich immer im Supermarkt gekauft und meistens zu Sorten gegriffen, die aus Übersee kamen, einfach weil mir die heimischen Varianten geschmacklich und von der Konsistenz her nicht so zusagten. Total Banane eigentlich. Äpfel gibt es hier in Deutschland nun wirklich zur Genüge. Und dass es sinnvoll ist, regional zu kaufen, ist nun wirklich kein Geheimnis.

Aber bisher sah ich nie eine Alternative. Bis ich den Hof Mertin besuchte. Und feststellte: Es gibt so viel mehr in der Apfelwelt, als einem die vorteilhaft beleuchteten Plastikkisten im Supermarkt weismachen wollen. Von Boskop bis Santana teste ich mich durch alle zum Verkauf stehenden Sorten und bleibe schließlich beim „Rubinette“ hängen. Die perfekte Mischung aus süß mit einem Touch säuerlich und dabei richtig schön knackig. So mag ich meine Äpfel. Wer nicht gerade zum Apfelfest vor Ort ist, kann seinen Bedarf übrigens direkt im Hofladen stillen, der fast einem vollausgestatteten, kleinen Supermarkt gleicht. Auch der köstliche, selbstgepresste Saft, der während des Festes literweise durch die Presse läuft, kann hier gekauft werden. Vieles im Laden stammt aus eigener Herstellung, aber auch Produkte anderer, häufig regionaler Betriebe stehen zum Verkauf.

Ich kann mich gar nicht sattsehen. Nicht nur Laden quillt über vor seinem großartigen Angebot, auch ansonsten wuselt der Hof an diesem Tag vor Leben. Es gibt unzählige kleine Stände und man hat die Qual der Wahl: Frische Apfelwaffeln, Apfelbeignets, Apfelstrudel, Apfelkuchen oder eben den frischgepressten Apfelsaft, bei dem man sogar zwischen verschiedenen Sorten wählen kann. Andere Getränke gibt es natürlich auch. Und einen köstlichen Birnenkuchen mit Schokosahne. Neben der "Akutversorgung" kann man während des Festes aber auch allerhand zum Mitnehmen shoppen: Von Honig über Tomaten unterschiedlichster Arten bis hin zu selbstgemachten "Fleischkonserven". Dann sind da wunderhübsche Insektenhotels, Kürbisse in allen Größen, Farben und Formen, tolle, herbstliche Gestecke und Kränze, Zierapfeläste als Dekoration und und und. Und man hat das Gefühl, ganz Grevel sei zu Gast. Heuballen laden zum Toben ein und eine Apfelkisten-Bummelbahn rattert durch die Felder, wo Gäste nicht nur Äpfel, sondern auch Maiskolben frisch vom Feld pflücken.

Merke: Der Hof Mertin ist unbedingt einen Besuch wert. Entweder bei solchen öffentlichen Veranstaltungen (die nächste Gelegenheit ist übrigens der „Adventszauber“ Ende November 2015, den ich schon fett in meinem Kalender markiert habe), während der Öffnungszeiten im Hofladen oder auch in der Saison auf den Selbstpflückfeldern. Ich weiß jetzt jedenfalls, wo ich in Zukunft meine Äpfel kaufe. Und meine Erdbeeren werde ich 2016 ebenfalls zum ersten Mal selbst pflücken…

Alle weiteren Informationen inklusive Adressen, Veranstaltungen und aktuellen Öffnungszeiten findest Du auf der Website des Hofes: http://www.hof-mertin.de

Einen umfangreicheren Artikel zum Apfelfest mit noch viel mehr Bildern findest Du übrigens auf Fees Blog Fee ist mein Name.http://www.feeistmeinname.de/2015/09/von-dortmunder-apfeln-und-okologischen.html

 

Lernbauernhof Schulte-Tigges – Entdecken - (Be)greifen - Erleben

Kinder, wie ich eines war, die zu Bauernhöfen, zu ländlichem Leben und zur Nahrungsmittelproduktion eigentlich jeglichen Bezug verloren haben, gibt es in Städten vermutlich zuhauf. Umso besser, dass es dann so Einrichtungen wie den Lernbauernhof Schulte-Tigges in Dortmund-Derne gibt, die es sich zum Ziel gemacht haben, genau diesen Missstand wieder ein bisschen ins Gleichgewicht zu rücken. Oder besser: Zum Glück gibt es Menschen wie Elmar Schulte-Tigges, die sich auch von Schwarzsehern nicht von solchen Plänen abbringen lassen. Denn ohne seinen Einsatz und seine Vision gäbe es den Hof in dieser Form gar nicht.

Eigentlich wollte der studierte Geograph nie auf dem heimischen Hof tätig werden, sondern eben (weiter) in seinem erlernten Beruf arbeiten. Am liebsten in einem Entwicklungsland. Doch als seine Mutter vor einigen Jahren überraschend starb und sein Vater Hilfe brauchte, um den damals weitgehend verpachteten Betrieb am Laufen zu halten, stand Elmar vor der Entscheidung. Er setzte sich in den Kopf, den Hof in einen Lernort umzuwandeln, in einen Ort, der Kinder und Jugendliche dazu befähigen würde, "Kompetenzen aufzubauen, um die Welt zu retten", wie der 39-Jährige sagt. Und stieß damit erst mal auf Widerstand à la „Das kannst du doch gar nicht“. Aber er konnte doch. Und zwar ganz hervorragend, wie man seit mittlerweile zweieinhalb Jahren beobachten kann.

Seit er seine Weiterbildungen zum Bauernhofpädagogen abgeschlossen hat, bietet Elmar Schulte-Tigges zusammen mit seiner Familie und einigen Mitstreitern diverse Angebote auf dem Hof an. Es gibt Gruppen aus Kindergärten und Schulen, die tageweise oder auch regelmäßig einmal im Monat vorbeikommen, es gibt Kindergeburtstage und Zeltcamps. Am wichtigsten aber sind Elmar die Jahresgruppen. Dabei kommt eine feste Gruppe Kinder einmal im Monat privat zusammen und wird in alle anfallenden Arbeiten auf dem Hof eingespannt. Die Tierversorgung und das Ausmisten der Ställe ist immer dabei, darüber hinaus gehen die Aktivitäten von Sähen, Jäten und Ernten über Zäune oder Vogelscheuchen bauen bis hin zu Apfelsaft pressen und Holunderblütensirup kochen. Und die Kinder sind mit Feuereifer dabei. Die Gruppe, die ich an einem Mittwochnachmittag begleiten darf, kommt schon seit knapp zwei Jahren kontinuierlich auf den Hof, kennt sich hervorragend aus und muss in vielerlei Hinsicht gar nicht mehr angeleitet werden.

Gemeinsam ernten wir Kartoffeln und machen anschließend Pommes daraus. Die Kinder zeigen mir, wie man die Ponys richtig von der Weide zum Stall führt und wie man die Heuballen vom Heuboden hinunterschubst. Ihre Augen leuchten und während ich mir noch etwas Sorgen um den Zustand meiner Schuhe mache, sind sie über diesen Punkt längst hinaus. So sie denn jemals an ihm waren.

Alle Gruppen werden immer von mindestens zwei erwachsenen Personen begleitet. Das ist wichtig, damit individuell auf die Kinder, ihre Persönlichkeiten und unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten eingegangen werden kann, berichtet Elmar. Nach jeder Veranstaltung werden die Ergebnisse, aber auch Details zu den Teilnehmern, in Reflexionsbögen vermerkt, damit beim nächsten Mal wieder daran angeknüpft und jedes Kind bestmöglich gefördert werden kann. Und das merkt man auch. Trotz der Tatsache, dass hier unheimlich viel vermittelt wird, fühlt es sich für die Kinder nicht wie Lernen an. Ganz im Gegenteil: Der Bauernhof ist für sie ein riesiger Abenteuerspielplatz und das Lernen findet unbeschwert und unbemerkt statt. Dabei geht es neben „Leben und Alltag auf dem Bauernhof“ auch um grundsätzliche Kompetenzen: Teilen lernen zum Beispiel, als Gruppe funktionieren, Empathie zeigen, für Menschen und Tiere, alltägliche Problemsituationen lösen, motorische Fähigkeiten ausbauen und selbst für die Herstellung von Lebensmitteln zu arbeiten. "Bildung für nachhaltige Entwicklung" nennt sich das Prinzip, das hinter diesem Ansatz steckt. Und das Beste: Die Kinder lieben es. Und sie lieben Elmar.

Wer den Hof erst mal kennenlernen möchte, kann das im Rahmen von Schnuppertagen oder auch Kindergeburtstagen tun. Die Jahreskurse finden dann von März bis Dezember monatlich statt (außer in den Ferien) und kosten pro Termin und Kind 18€. Und glaubt mir, dass ist es mehr als wert.

Abseits vom Lernort hat sich seit 2014 übrigens auch eine solidarische Landwirtschaft (CSA) auf dem Hof Schulte-Tigges etabliert. Was das heißt? Das bedeutet einfach gesagt, dass eine feste Gruppe Menschen für ein Jahr einen Anteil an der Ernte „kauft“, dadurch die Produktion für die nächste Saison sichert und im Gegenzug wöchentlich Anspruch auf einen eigenen Anteil hat. Und zwar einen riesigen Anteil, wenn ich so auf das aktuelle Angebot schiele: Fast 12 Kilo Gemüse sind das in dieser Woche. Von Mangold und Möhren, über Salat, Zucchini und Tomaten bis hin zu Gurken und Bohnen. Die perfekte Lösung für jeden Gemüsefan, der gerne weiß, wo sein Essen herkommt und der einen lokalen Betrieb unterstützen möchte.

Willst Du mehr zum Lernbauernhof und der CSA erfahren? Die wirklich überaus umfangreiche und liebevoll gemachte Website des Hofes hilft Dir sicher weiter: http://www.lernbauernhof-schultetigges.de – da gibt es noch sehr viel zu entdecken…

Einen ausführlichen Bericht zu Fees Tag auf dem Lernbauernhof Schulte-Tigges gibt es auf Fees Blog.

 

Mein Fazit: Dortmunds Höfe haben viel zu bieten

Wer hätte es gedacht? Dortmund hat nicht nur viele Höfe, sie haben auch so einiges zu bieten. Ich habe es wirklich genossen, ganze Nachmittage dort zu verbringen, und so viele Fotos gemacht, dass ich damit mehrere Bildbände bestücken könnte. Die könnte ich Euch jetzt alle zeigen, aber am besten Ihr erlebt selbst, was man auf dem Hof Mertin, dem Schultenhof und dem Lernbauernhof Schulte-Tigges alles entdecken, probieren, lernen und mitnehmen kann. Alleine oder mit der ganzen Familie. Und vielleicht sehen wir uns ja demnächst irgendwo… Ich für meinen Teil komme sicher wieder!