Familie Dortmund

Auf Safari im Zoo Dortmund

Wir haben uns ein bisschen verliebt. In Zikomo und Gambela, Natala und Walter, Sandra und Amari. Alle Bewohner des Dortmunder Zoos. Denn: Wir durften mit Joachim, dem Zooinspektor des Dortmunder Zoos auf Safari gehen. Wie kleine Kinder freuten wir uns, den Tieren ganz nah zu sein, einmal hinter die Kulissen blicken zu dürfen und unsere schon immer auf den Lippen brennenden Fragen zu stellen.

Eine Frage, die uns schon als Kind beschäftigt hat: "Wohin mit all dem Kaka der Tiere?" Oder wie wir es heute formulieren würden: "Was passiert mit dem zu Hauf anfallenden Kot und Mist der Tiere?" Joachim muss schmunzeln über die doch etwas eigentümliche Frage zu Beginn und erklärt uns, dass der Mist der Huftiere auf einen Misthaufen getragen und landesweit als Düngemittel eingesetzt wird. Der Kot von Vögeln, Raubtieren und Affen zum Beispiel wird jedoch verbrannt. Aha! Checkerbrille aufgesetzt und weiter geht's.

 

Wir gehen an der Rehanlage vorbei und erfahren, dass dies die erste Anlage des Dortmunder Zoos, der lange "Dortmunder Tierpark" hieß, war. Im Jahr 1953 zogen die ersten Hirsche und (scheuen) Rehe hier ein. "Und warum nicht mehr Dortmunder Tierpark? Wo ist denn der Unterschied?", wollen wir wissen. "Es gibt eigentlich keinen", erklärt Joachim. "Zoo hört sich irgendwie größer an und ist ein Begriff, mit dem jeder gleich was anfangen kann."

 

Überhaupt gar nicht scheu, sondern die wohl lauteste Ruhrpottschnauze hat der Ara im Vogelhäuschen ein paar Meter entfernt. Wir können nur erahnen was Joachim sagt, glauben aber verstanden zu haben, dass der Ara hier im Zoo nicht die größte Schnauze hat, sondern es hier durchaus auch Mitarbeiter gibt, die ihm Konkurrenz machen. Dabei schmunzelt Joachim abermals.

 

Kleine, quierlige Ringelschwanz-Felsenkängerus hüpfen an uns vorbei und unser Lieblingszooinspektor erklärt uns gerade, dass die kleinen Kängurus seit 2016 erst im Dortmunder Zoo wohnen und das eigene Gärtner, Handwerker und Tierpfleger selbst beim Bau des tollen, hügeligen, mit kleinen Höhlen versehenen Geländes beteiligt waren - da krakelte der Ara immer lauter. Ja wir kommen ja schon. Weiter geht die Safari.

 

Die Vögel finden wir auf dem ersten Blick ein bisschen langweilig. "Das denken viele und auch die Pfleger arbeiten lieber mit großen Tieren zusammen, aber man darf die Vögel nicht unterschätzen", erklärt uns Joachim und fährt fort von dem Federvieh zu schwärmen. Und wir können gar nicht anders, als den Vögeln doch Interesse entgegenzubringen. "Richtig so!", schimpft auch der Ara mit uns und wir hören ihn noch, als wir schon bei den Haus-Rentieren einige Meter weiter angekommen sind.

 

Desinterssiert von unserem Gequicke und der Frage ob hier denn alle Rudolph heißen würden schlenderten sie mit ihren riiiiesen Geweihen in ihrem Gehege umher und Joachim berichtet von einem Spezialfutter aus isländischen Rentiermoos, das eigens für die Kameraden hier in der Futterküche gelagert wird. Futterküche? Da werden wir hellhörig. Wollten wir doch schon immer mal wissen, wie viele Bananen ein Affe denn am Tag so verputzt. Und sind doch erstaunt, als Joachim nicht sagte "staudenweise", sondern "ganz wenige". Insgesamt arbeiten 5 Mitarbeiter in der Futterküche und bereiten hier die berühmte Dortmunder Mischung (Ameisenbärenfutter) her und stellen Obst,Gemüse Trockenfutter, Fisch und Fleisch für die Tiere der 4 Großreviere zur Verfügung. Zusätzlich wird Gras von den Außenweiden geholt oder Heu im Zoo verteilt. Mundgerecht zubereitet wird dieses dann von insgesamt 45 Pflegern im Zoo. Im Einsatz sind davon täglich ca. 20 Tierpfleger. Sie kümmern sich außerdem um die Reinigung der Ställe und die Pflege der Tiere.

 

Als wir bei den großen, anmutigen Angola-Giraffen angekommen sind, erzählt uns Joachim wie bedeutsam auch die Beziehung zwischen Pfleger und Tiere für alle Beteiligten sind. Und was eine liebevolle, fröhliche und direkte Ansprache doch ausmacht. Die Tiere vertrauen uns. Es herrscht eine tierisch-menschliche Freundschaft, eine enge Bindung. Deshalb werden auch schon mal ganz große Elefantentränen verdrückt, wenn ein Tier, dass man lange betreut hat stirbt oder in einen andern Zoo zieht.

 

Joachim ist, wenn er an seine tierischen Kameraden denkt, die er ins Herz geschlossen hat und die nicht mehr hier sind, immer noch sichtlich bewegt. Er ist Zooinspektor mit vollem Herzen, kennt jedes Tier bei Namen und hat seine große Leidenschaft einfach zum Beruf gemacht. Denn ganz zu Anfang seiner beruflichen Karriere lernte er erstmal Schlosser und verbrachte nur eine kurze Zeit in diesem Beruf. Doch schnell wurde klar - das isset nich! So begann er 1984 seine Ausbildung zum Tierpfleger in Gelsenkirchen und kam dann 1996 nach Dortmund. 20 Jahre später ist er immer noch hier. Er hat Tiere kommen und gehen sehen, tierische Freunde gefunden und ist als Zooinspektor verantwortlich für das Tierpflegerpersonal, die Tierumsetzung in andere Zoos, den Futtermitteleinkauf und den Transport.

 

Und während wir so plaudern machen nun die Siamangs nebenan richtig Randale. Weil die ersten Sonnenstrahlen ihre Nasen kitzeln haben sie richtig Späßken. Sehr viel gemächlicher ging es dann ein paar Meter weiter bei den Nashörnern und den Faultieren zu. Was wir hier ganz entzückend finden ist die Faultiersprechstunde. Joachim erklärt uns, dass zu diesen festgelegten Zeiten die Pfleger kommen und Groß und Klein alles über das Tier erzählen und Fragen gestellt werde können. So erfährt man zum Beispiel, dass das Faultier Evita, das über uns ihre Runden kreist mit der Hand aufgezogen wurde und das es entgegen seinem Namen gar nicht so faul ist, sondern tagsüber tatsächlich höchst aktiv. Die Sprechstunden finden auch bei vielen anderen Tieren statt und sind wärmstens zu empfehlen.

 

Wir setzten unsere Safari fort und passieren den Spielplatz, den alle lieben für die Lok die dort steht und von den Kindern beklettert werden darf, weiter durch den Streichelzoo und sind dann endlich bei den Orang-Utans. Hier wird grad mächtig gechillt und Oberaffe Walter versteckt sich unter einer Kiste und man sieht nur seine Füße rausbaumeln. "Hej Walter, zeig dich mal!", ruft Joachim und tatsächlich, Walter hebt die Kiste, checkt einmal die Lage, es sieht für einen Moment so aus, als zwinkere er seinem Kumpel Joachim zu und versteckt sich schnell wieder. Keine Fotos heute, Ladys! Ok is ja gut.

 

Weiter geht's und wir beenden unsere Safari bei den Seelöwen, die hier schon seit 1955 ihren Platz im Dortmunder Zoo haben und noch immer sind die Fütterungsshows täglich um 11 und 15 Uhr gut besucht. Es ist zwar grad nicht Showtime aber als uns die Seelöwen sehen gibt's doch noch einen gekonnten Bauchfletscher für uns ins Becken, zack Wasser im Gesicht. Das hat noch gefehlt und wir beenden mit einem guten Gefühl unsere Zoosafari mit unserem Lieblingszoo-Inspektor.

Mehr zum Zoo gibt es für Dich auf unserer Kind und Kegel Seite. Hier entlang bidde!