Geschichten aus Dortmund

Menschen aus Dortmund

Christian Weyers setzt sich für die Stadt, ihre Entwicklung und somit für ihre Zukunft ein. Seit einem Jahr fokussiert er sein Engagement auf das Brückviertel und leitet die Stabsstelle des Quartiers. Ja, das Viertel hat einen bestimmten Ruf, aber eigentlich strotzt es doch nur so vor Kunst & Kultur, kreativen Büros, jungen Städtern, frischen Imbisskonzepten und kultigen Eckkneipen. Ein spannendes Viertel, dessen Akteure zukünftig noch mehr gemeinsam auf die Beine stellen und somit den Wandel positiv beeinflussen möchten. Wir wollen mehr erfahren und haben uns mit Christian mitten in seiner Arbeitsstätte, dem Brückviertel, getroffen.

 

 

 

 

 

Seit 2005 arbeitet er für die Stadt Dortmund, zunächst für die Wirtschaftsförderung im Bereich Branchenentwicklung Dienstleistungswirtschaft, dann im Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft. In dieser Zeit hat sich Dortmund stark gewandelt, „eine spannende Zeit“, resümiert Christian.  „2016 bekam ich die Möglichkeit, diesen Wandel innerhalb eines Stadtquartiers zu fördern und zu definieren und seitdem bin ich hier.“

 

Hier – die Brückstraße – ist für viele in der ersten Überlegung die Straße wo sie mal ganz fix was schnabulieren können, abends oder während des Shoppingausflugs auf der Einkaufsmeile. Ja, das ist sie auch, aber eigentlich noch so viel mehr. Vor rund 100 Jahren hatten Brückstraße und Umgebung eine wahre Blütezeit. Theater, Varietés, Kinosäle, feine Restaurants, Bierhallen, undundund. Die Brückstraße war DIE Vergnügungsmeile, war Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Stadtkern. Es war DAS Wohn- und Ausgehviertel.  Doch nach und nach kam mit modernen Veränderung auch der Wandel fürs Viertel. Mit dem Heimfernsehen brach die Kundschaft der Kinos und Theater weg, das Ausgehverhalten unserer Gesellschaft änderte sich und der Varietébesuch rückte immer mehr in den Hintergrund. Und tatsächlich, wenn wir drüber nachdenken, die Lage ist eigentlich fantastisch. Auch heute verbindet es Hauptbahnhof und Innenstadt, beherbergt ein international bekanntes Konzerthaus, präsentiert sich mit verschiedenen Kunstgalerien und -ateliers aufgeschlossen und kreativ, ist Heimat des Chorverbands NRW, des Klangvokal Musikfestivals, des Musikstammtischs, der Chorakademie und des Orchesterzentrums|NRW. Das kultige Tanzcafé Oma Doris, das grandiose Konzept der Kneipe Zum Schlips (3 Getränke, 2 Tage, 1 Kneipe - wenn das mal nicht zum heutigen Trend des Minimalismus wie die Faust aufs Auge passt ;-)), das domicil oder die Schauburg und noch so viel mehr.

 

Ladenleerstände und die einen oder anderen Probleme gibt’s hier, das wollen wir gar nicht unter den Teppich kehren, aber all diese Themen werden grade aktiv angegangen. „Wir sind ein junges, szeniges Viertel, das den Schwerpunkt Musik hat. Viele Gebäude wurden und werden saniert. So wollen wir auch zukünftig noch mehr Bewegung rein bringen, wollen moderne Konzepte, junge Bewohner und Kulturinteressierte für das Brückviertel gewinnen. Ein Meilenstein innerhalb dieser Entwicklung wird ganz klar auch der Abriss des alten Karstadt-Technik-Gebäudes und der dadurch ermöglichten Errichtung eines neuen Wohnkonzepts für Studenten sein.“ Der Aufschwung des Viertels ist nicht zu übersehen: Baugerüste werden aufgestellt, Ladenokale mit neuen Konzepten besetzt und auch die urbane Straßenkunst hat seit dem TRANSURBAN Festival hier ihr Outdoor-Atelier verankert.

 

Christian Weyers ist fest überzeugt, dass sich nicht nur durch Bauprojekte, sondern vor allem durch den Elan der Brückgemeinschaft in naher Zukunft ganz viel verändern wird. Den Elan, das Engagement, das er anderen zuspricht, entdecken wir auch in ihm. Ganz klar.  Er sprudelt nur so vor Ideen und Geschichten und eigentlich könnte er uns noch so viel mehr erzählen und auch zeigen, aber die Zeit rennt und wir müssen weiter, freuen uns aber schon jetzt auf unseren nächsten Besuch im Brückviertel.