Geschichten aus Dortmund

Menschen aus Dortmund

Dortmund ist Hansestadt. Wie, wusstest Du nicht? Ist aber so. - Aber Hansestädte liegen doch dicht am Wasser! Genau. So ist es ja auch. Dortmund ist sogar Heimat des (vermeintlich) größten Kanalhafens in Europa. Wasser und Schifffahrt waren immer ein Teil von Dortmund. Das haben Dortmund und Oliver, Kapitän des Eventschiffs HERR WALTER, wohl gemeinsam. Auch Oliver hat das Wasser immer angezogen. Mit Projekten wie dem Herr Walter oder vorher dem Solendo, hat er den Dortmunder Hafen zum Ausgehort gemacht.

 

Heute ist großer HAFENSPAZIERGANG - da ist Oliver als Mit-Initiator voll eingespannt. Gut, dass wir ihn bereits vor ein paar Tagen besucht haben, um ein bisschen über seine Vergangenheit und die Zukunft des Hafenquartiers zu quatschen.

 

Das Maritime und Unternehmerische wurde Oliver eigentlich weniger in die Wiege gelegt. Vielmehr war es die Musik, die von Beginn an sein Leben prägte. Oliver ist Spross einer bekannten Dortmunder Musikerfamilie. Mit Glen Buschmann als Vater, seines Zeichens Jazzkomponist und langjähriger Leiter der Musikschule Dortmund, war Musik für Oliver immer irgendwie Thema. Zu Hause wurde eh immer Musik gemacht und auch die Clubs, in denen die Dortmunder Musikszene zusammenkam, waren für Oliver seit frühster Jugend bekanntes Terrain. Das Instrument allerdings zum Beruf zu machen, wie es so viele in seiner Familie getan hatten, war nicht sein Plan. Olivers Metier war (und ist) eher das Organisatorische drum herum.

 

Olivers berufliches Leben ist seit jeher bestimmt durch die Themen Musik, Bier, Wasser und von dem aufrichtigen Wunsch, andere Wege zu gehen, kreativ zu sein und der Stadt etwas zu geben. Vor Herr Walter war es das Solendo. Vor dem Solendo war es, für über zwei Jahrzehnte, die LIVE STATION im Dortmunder Bahnhof. Durch unablässiges Engagement hat Oliver es immer wieder geschafft, ganz besondere Orte zu erschaffen, mit denen viele DortmunderInnen unvergessliche Momente verbinden. Auch das Herr Walter ist so ein Ort.

 

Seit knapp 6 Jahren liegt das ehemalige Shüttgüterschiff Herr Walter nun im Dortmunder Hafen vor Anker. Herr Walter, das ist Club, Eventlocation und Strandbar zugleich. Mit dem Herr Walter hat Oliver sich einen längeren Wunsch erfüllt. Ein Eventschiff mit Strandbar - das gibt es hier in der Region so nicht. Bevor Herr Walter eröffnen konnte, musste aber erstmal richtig geruppt werden. Mit mehreren Kollegen gestaltete Oliver das Schiff auf eigene Faust um. In der Deckverkleidung und dem Innenausbau von Herr Walter, stecken Olivers eigene Handarbeit und ganz viel Herzblut. Die einst leblose Schotterwüste der Speicherstraße wurde zum Stadtstrand und ultimativen Platz an der Sonne. Heute ist das Herr Walter eine Institution und beschert dem Hafen ein viel breiteres Publikum.

 

Oliver ist überzeugt: das Potential ist da. Mit seiner Stadtnähe und Anbindung an die Nordstadt, ist der Hafen der optimale Ort für noch viel mehr Freizeitangebote. Der Hafen ist ein Ort der Arbeit, und das soll er auch bleiben, aber Arbeit und Freizeit gehen in Dortmund seit jeher Hand in Hand. (Ein ums andere mal zeigt das der Hafenspaziergang, der in diesem Jahr bereits in seiner siebten Auflage stattfindet.) Auf städtischer Seite werden für die Belebung des Hafens immer mehr Weichen gestellt. Die Sanierung der südlichen Speicherstraße ist bereits in vollem Gange. Wie genau der neue Dortmunder Hafen einmal aussehen soll, wird sich zeigen. Oliver hofft, dass auf offizieller Seite nicht versäumt wird, den jungen, kreativen Köpfen eine Chance zu geben. Ein allzu aufpolierter Hafen, in dem nur das Geld regiert, würde auch gar nicht zu Dortmund passen. Belebung – ja, aber nur wenn der Charme des Hafens dabei erhalten bleibt.

 

Bis auf Weiteres bleibt die Mitarbeit am Projekt Dortmunder Hafen eine Herzensangelegenheit für Oliver. Dabei ist der Plan ja eigentlich auch, arbeitsmäßig mal etwas kürzer zu treten. Oliver spricht von der Entschleunigungsphase, die jetzt irgendwann mal beginnen soll. So richtig glauben können und wollen wir das aber nicht. Wir sind gespannt. Unseretwegen kann Oliver ruhig noch ein bisschen weiter powern.