Geschichten aus Dortmund

Stadtteilsafari

Zur Vorbereitung auf den Hafenspaziergang am nächsten Wochenende waren wir für Dich am Hafen und in der westlichen Nordstadt unterwegs. Das Quartier befindet sich im Umbruch. Auf städtischer Seite gibt es allerhand Pläne, die Straßen um den Stadthafen für Unternehmen und Gastronomiebetriebe attraktiver zu machen. Dabei ist es doch der rockige, unverbaute Vollfarbe-Charme des Hafenquartiers, der uns so umhaut. Wie an so vielen Ecken in Dortmund, treffen hier Arbeit und Industrie auf Kreativität und Lebensfreude. Verstreut über die Nachbarschaft findest Du reichlich Orte der Kunst, erfrischend individuelle Ladenkonzepte und tolle Bars. Wir sind begeistert und sagen Hafenviertel ahoi!

 

 

 

Stadtstrand ahoi!

 

Einfach mal wieder am Wasser sein - mit der warmen Sonne im Gesicht und den nackten Füßen im kühlen Sand. Das geht in Dortmund ganz einfach und ist auch gar nicht so weit weg. HERR WALTER und die TYDE STUDIOS laden Dich zum Bierchen schlürfen und Relaxen ein. 

 

Herr Walter, das ist das bekannte Event-Schiff mit Sandstrand-Anlegeplatz. Nach einem wilden Leben als Schüttgüterschiff in nationalen und internationale Gewässern, nennt Herr Walter seit 2011 den Dortmunder Hafen seine Heimat. Uns freut's! Auf und um Herr Walter kann man nämlich unglaublich gut feiern und entspannen. Freitags und sonntags gibt's entspannte Chill-, House-, und Loungemusik von der Deep Dive Corp. Massig Liegestühle und Sitzsäcke laden da zum bräunen, quatschen, Backfisch futtern und Limo schlürfen ein. Samstags wird im Herr Walter getanzt - ob du willst oder nicht. Dicke Beats verwandeln Herr Walter in das "Love Boat". Fußball gucken kannst Du hier auch, und das sogar vor atemberaubender Hafenkulisse.

 

Direkt neben dem alten Hafenamt, dem Wahrzeichen des Dortmunder Hafens, liegen die Tyde Studios. Das Tyde ist Strandbar, Restaurant mit Chill-Out-Factor, Partylocation im Shabby-Chic, inspirierendes Kultur-Wohnzimmer, Galerie und so weiter und so fort. Infos über anstehende Veranstaltungen findest Du hier.

 

Extra zum Hafenspaziergang hat der Hafenkai dann sogar noch eine dritte Bar. Neben dem ehemaligen Solendo (Speicherstraße 6) werden zwei Überseecontainer zum UMSCHLAGPLATZ für Bierchen und Snacks. Musik gibt's ab abends dann auch noch. Beinebaumelnd vor den alten Verladetoren sitzend, kannst Du dann die Sonne über dem alten Hafenamt untergehen sehen. 

 

Theater, Theater, der Vorhang geht auf

 

Bühnenkunst wird im Hafenviertel groß geschrieben. Der Hafen hat gleich zwei etablierte Theater, die Dich zum Ausgehen verführen. Das THEATER IM DEPOT ist eines der größten freien Theater in der Region. Im Seitenflügel der ehemaligen Straßenbahnwerkstatt hebt sich der Vorhang für Kabarett, modernes Schauspiel und experimentelles Theater. In der kommenden Spielzeit erwarten Dich eine ganze Reihe von Premieren. Unter anderem feiert das Dortmunder Theaterkollektiv Sir Gabriel Trafique Premiere mit seinem neuen Stück „Hamlet – Mulimedialer Parcour nach Shakespeare“. Im Oktober kommt dann noch die Kimchibrot Connection ins Depot. Ihr Stück, „Living Happily Ever After“, über Beziehungsformen im 21ten Jahrundert , kommt bereits mit einer guten Hand voll renommierter Theaterpreise nach Dortmund. Für diejenigen, die’s ein bisschen klassischer mögen: Zu Weihnachten kommt traditionell wieder „A Christmas Carol“ von Charles Dickens auf die Depot-Bühne.

 

Echte Klassiker gibt’s für Dich auch im ROTO THEATER an der Gneisenaustraße. Erich Kästner, Loriot oder Schiller – große Namen, große Dramen und oft auch ganz viel Witz. Schau vorbei und lass Dich überraschen.

 

Kassettendeck, Boombox und Vinyl

 

Der REKORDER ist Kunst- und Kulturort, Spaßraum und Schankhaus. Eigentlich passiert hier jede Woche etwas Außergewöhnliches. Lesungen, Konzerte, Party, Tischtennisrundlauf oder Vinylstammtisch sind nur ein paar der Events, die die tonbande für Dich veranstaltet. Der Rekorder ist andersdenkend, positiv und bunt. Hier ist jeder willkommen der Lust hat Spaß zu haben. Der Rekorder ist klein aber fein. Wird’s Dir im Keller zu eng, schlängel Dich hoch zur Bar oder direkt raus auf die Gneisenau. Gegenüber winkt dann auch schon das subrosa.

 

Während der Rekorder mehr ein Ort für’s gemeinsame Feiern ist, ist der REKORDER II der ultimative Kreativraum. Der Rekorder II ist Atelier, Ausstellungsraum und Kunst-Produktionsstätte. Wechselnde Künstlerresidenzen bieten ein Abwechslungsreiches Programm verschiedenster Kunstformen. Weitere Infos zu kommenden Ausstellungen findest Du hier.

 

Die einzig wahre Hafenschänke 

 

Das SUBROSA ist eine Institution. Seit 15 Jahren gibt's in der Hafenschänke Live Musik, Sport und Spiel, knautschige Sofas und gute Gespräche. Gut... Fußball gibt's ab dieser Saison nicht mehr. (Ein letztes mal am 26.08. - Werder gegen Hertha.) Aber das Leben geht weiter - und Leben steckt im subrosa ne ganze Menge. Zum Hafenspaziergang schickt die Hafenschänke Sängerin, Kabarettistin & Autorin Fräulein Nina on stage. Eigentlich kannst Du hier aber jede Woche einen anderen ausgeflippten Liveact erleben. Eine Terminübersicht findest Du hier.

 

Der Hafen - ein Ort der Künste

 

Das KÜNSTLERHAUS macht seinem Namen alle Ehre. Es ist ein Ort für (insbesondere) junge KünstlerInnen, um ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wechselnd zeigt das Künstlerhaus sowohl Foto-, Malerei-, Bildhauerei-, oder installative Arbeiten. Bis Ende August sind noch Daniel Djamos Arbeiten im Rahmen der Sommer-Residency zu sehen. Ab Semptember kannst Du Dich über Klanginstallationen unter dem Ausstellungstitel „blind spot“ freuen.

 

Direkt im Knick der Speicherstraße befindet sich der PROJEKTSPEICHER. Der Projektspeicher ist Heimat des Export 33. Das EXPORT 33 ist ein Projektraum, der von Studierenden der Fachhochschule Dortmund geschaffen wurde. Es ist ein Raum zum Ausprobieren, mutig sein und Präsentieren. Im Export 33 siehst du zeitgenössiche Kunst. Zum Hafenspaziergang eröffnet die Ausstellung "offene Räume".

 

Wir machen so viel digital - geh doch mal zurück zu analog. So zumindest der Gedanke hinter "der Analog", der Sammelausstellung im Dortmunder KUNSTBETRIEB. Namenhafte Dortmunder Künstlerinnen und Künstler präsentieren hier ihre Idee von Haptik und Materialität. Bootlack, Betonspachtel, Wegwerfmaterialien, geschmolzenes Metall, Sandstein, Papier, Kohle, Aquarell - die Ausstellung des Kunstbetriebs zeigt die Mannigfaltigkeit künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten und macht Körperlichkeit erfahrbar. Unsere absoluten Lieblingsstücke: Mathes Schweinbergers Zeichungen der Dortmunder Stadtwüste. Das Bemerkenswerte: Mathes zeichnet vor Ort (nicht vom Foto). Wir sind entzückt und können Dir einen Ausstellungsbesuch nur wärmstens empfehlen.

 

Dortmunds very own Hardrock Café

 

Primär ist das ROCKAWAY BEAT erstmal Umschlagplatz für Sammlergitarren. In den beleuchteten Ausstellungsboxen verstecken sich einige Schätzchen, die das Gitarristenherz höher schlagen lassen. Mit der Zeit wurde das Rockaway Beat aber immer mehr zum Treffpunkt für Musikinteressierte und Kulturschaffende. So sehr, dass bei Bedarf mittlerweile bereits Käffchen an die Besucher ausgeschenkt werden. Das Rockaway Beat ist Rock’n Roll, retro und ein bisschen Kitsch. Überschreitest Du die Ladenschwelle, fühlst Du Dich unmittelbar zurücktransportiert in die Zeit der Gitarrengötter und Kaugummiautomaten. Auch für Nicht-Gitarristen hat das Rockaway Beat allerhand verschnörkelte Nichtigkeiten zu bieten. Die hohen Regale laden zum Stöbern und nostalgisch werden ein. Live-Musik gibt’s hier natürlich auch immer mal wieder. Infos zu Konzerten findest Du hier

 

Camera-Lichtspiele

 

Wenn man nicht aufpasst, könnte man glatt an der CAMERA vorbei laufen. Dass an der Malickrodtstraße Platz für ein ganzes Kino ist, würde einem so ja auch weniger in den Sinn kommen. Dabei gibt es das Programmkino bereits seit über 30 Jahren. Die Camera ist ein typisches Kohlenpott-Lichtspielhaus – hier finden auch kleinere Produktionen Platz. Hollywood-Mainstream wird hier nicht gezeigt, dafür findige Filmproduktionen aus der ganzen Welt. Wir finden das überaus erfrischend!

 

 

Die Heimat des anarcho-Täubchens

 

Ein bisschen rebellisch fühlen wir uns hier ja schon. Dies ist ein politisch aufgeladener Raum. Ein Hauch von Aufbruchsstimmung wabert in der Luft. Vielleicht bilden wir uns das aber auch nur ein, weil uns der Beiname des BLACK PIGEON - 'anarchisches' Buch- und Kulturzentrum - noch so in den Ohren klingelt. Die Jungs hinter der ganzen Sache sind auf jeden Fall einfach super nett - und eine Tauben-Maske haben sie obendrein auch noch. Schwupps, so einfach lässt sich unser Herz erobern. Das BLACK PIGEON ist Treffpunkt für politisch Interessierte, vegan Essende oder einfach Leute, die Bock auf Tischtennis haben. Hier kannst Du Dich informieren, musst Du aber nicht. Wenn gewünscht, gibt's zum Buch noch ein Käffchen dazu. Beim Hafenspaziergang dreht sich im Black Pigeon alles um das Thema Utopien. Hierzu werden Bilder und Texte ausgestellt. Im Hinterzimmer des Black Pigeon befindet sich noch das Atelier von Hendrik Müller. Am Hafenspaziergang gewährt Dir Hendrik einen Einblick in sein Atelier und seine Ausstellung "Vogue".

 

Wohnzimmerbühne

 

Eigentlich ist die Schillerstraße 37 ja ein ganz normales Wohnhaus. Eine ganz bestimmte Wohnung fällt hier aber immer mal wieder etwas aus der Form. Der Kultursalon SCHILLER 37 öffnet alle paar Wochen seine Pforten und lädt Dich ein - zu Kulturangeboten und Aktivitäten in den Bereichen Musik und Kunst. Wöchentliche Angebote wie Dienstagswohnzimmer oder Gitarrentreff pausieren zwar derzeit, ab der kommenden Spielzeit kannst Du Dich aber auf monatliche Konzerte auf der Wohnzimmerbühne freuen. Bei allen größeren Events in der Nordstadt ist das Schiller 37 aber natürlich auch dabei. So zum Beispiel beim Hafenspaziergang oder den Offenen Nordstadtateliers. 

 

Augen zu und tanzen

 

Wenn Dir am Abend dann doch mal wieder nach richtig Abzappeln ist - ab in's SISSIKINGKONG. Hier ist eigentlich jedes Wochenende was los. Unter Feierbegeisterten besonders beliebt und bekannt ist die La Boum Party: Mit Beat, Boogie, Balkan, Swing und Rock n' Roll. Während unten im Keller gefeiert wird, wird oben unter Bogenlampen geschmaust. Die Kneipenküche ist echt gut und es ist für jeden etwas dabei. Draußen sitzen kannst Du hier auch. Ab 18 Uhr sitzt Du hier mitten in der sattgelben Abendsonne.

 

 

Apropos Abendsonne: Du kannst Dich auch einfach so an den Hafen setzten. Wir empfehlen die Abendstunden. Da glitzert die Sonne so schön auf dem dunklen Wasser. Hafenromantik ist Dir an Schönwetter-Abenden garantiert. 

 

 

Fotocredits: Theater im Depot - ©Jan Schmitz, Rockaway Beat - © Rockaway Beat, Schiller 37 - ©Klaus Hartmann