Geschichten aus Dortmund

Menschen aus Dortmund

Eine Woche ist’s schon wieder her, dass beinahe 50.000 musik- und feierfreudige Menschen auf einem der idyllischsten Festivals der Region tanzten. Das Juicy Beats hat sich einen Namen gemacht und die Festivalbesucher kommen längst nicht mehr nur aus Dortmund. Trotz all der Menschen verläuft grade das Juicy Beats Festival sehr harmonisch. Was sicherlich auch daran liegt, dass Menschen wie Paul Baranowski, Carsten Helmich und Martin Juhls die Veranstaltung überblicken, koordinieren, Erfahrung einbringen oder mitgestalten. Herr Baranowski ist Mann der ersten Juicy Beats Stunde und, auch wenn er nicht in Dortmund geboren ist, ein echtes Urgestein unserer Stadt.

Es ist Samstagnachmittag, wir sitzen im Backstagebereich hinter der Mainstage, über den Zaun schwappt schwerer Bass, Frittenbude spielt und Herr Baranowski nimmt sich die Zeit für ein kleines Interview mit uns.

 

Seit 1978 lebt er in Dortmund, über die Jahre arbeitete er im Bereich Jugendkultur, leitete das FZW und ist inzwischen ehrenamtlicher Vorsitzender des Juicy Beats Trägervereins UPop. Wir finden es super spannend wie alles begonnen hat und wollen wissen wie das damals war, als da nur eine kleine Bühne stand und bei weitem keine 50.000 Besucher kamen. „Begonnen hat das eigentlich im FZW. Carsten Helmich veranstaltete damals eine Party im kleineren Rahmen und brachte die Idee in den Raum, doch auch mal raus zu gehen mit einer Veranstaltung. Das Sonnensegel hier im Park bot sich einfach an. Und so haben wir dann angefangen. Im ersten Jahr waren das vielleicht 500 Leute, im Jahr darauf schon 1000, das entwickelte sich dann immer weiter bis heute. Von 500 auf 50.000, von einem Tag auf zwei Tage.“ Und wie das so ist mit großen Veranstaltungen, die Organisation ist nicht immer reibungslos, aber inzwischen hat sich die Koordination mit den verschiedenen Institutionen, Behörden und Sponsoren gut eingespielt. Trotzdem kann immer mal was dazwischenkommen, so wie vor zwei Jahren, als schwere Unwetterwarnungen die Veranstalter zum Abbruch des Festivals zwangen. Ist das einer dieser Momente, in denen man am liebsten im Dreieck springen würde und sich im stillen denkt, nächstes Jahr flieg‘ ich Ende Juli in den Urlaub? Aber wirklich!!! Würde man da nicht alles am liebsten hinschmeißsen, wollen wir wissen? "Klar, das sind schwierige Momente. Das ist nicht nur schön, weil wir Einnahmeeinbußen haben, das ist auch für die Künstler einfach nicht schön. Aber hinschmeißen, daran denkt man dann nicht, nein."

 

Das Festival an sich ist natürlich schon etwas Besonderes: mitten in der Satdt, in einem riesigen Stadtpark - das vermittelt schon eine ganz besondere Atmosphäre. Aber was sind denn diese ganz besonderen Momente wollen wir wissen, was sind denn ihre Lieblingsmomente beim Juicy Beats, Herr Baranowski? „Meine Lieblingsmomente, das sind Momente wenn alles gut läuft, die Künstler zufrieden sind, die Besucher glücklich, die Sicherheitsvorkehrungen greifen… und man sich dann gegen 4 Uhr morgens mit den Kollegen zusammensetzt und mit nem kühlen Bier anstoßen kann, das sind entspannte Momente, das sind Lieblingsmomente.“ Natürlich bedeutet das auch im Umkehrschluss, dass zuvor die Spannung entsprechend groß ist. „Das kriegt man auch nicht weg, Spannung ist einfach da, aber von Stunde zu Stunde wird man entspannter und je länger man das macht, so wie ich zum Beispiel“, lacht er, „so gelassener geht man doch an die Sache ran. Aber ganz besondere Momente sind für mich Auftritte von Newcomern, die grade erst ihre ersten großen Momente auf der Bühne erleben, die vom Publikum beflügelt werden, sowas finde ich klasse. Die Entwicklung mitzuerleben und sie ein paar Jahre später vielleicht wieder hier im Line Up zu haben."