Geschichten aus Dortmund

Menschen aus Dortmund

"Es passiert grad' einfach 'ne Menge Interessantes", erzählt uns Rob von der Dortmunder Band BROOKLAND. "Ich freu' mich einfach, dass die Leute uns beiden - zwei Idioten, die im Proberaum was ausprobieren - grade so viel Spannendes entgegen bringen". Brookland, das sind Rob, an Gitarre und Mikrofon, und Felix, am Schlagzeug.

Die beiden sind erst vor kurzem als Vorband von New Model Army im ausverkauften FZW aufgetreten, waren im Line Up beim Open Source Festival, sind für einen popNRW-PREIS nominiert und werden in rund zwei Wochen beim Juicy Beats Festival auf der DORTMUND.MACHT.LAUTER.STAGE auftreten und bald gehen sie noch auf eine kleine selbstorganisierte Tour.

 

"Das geht grad' Schlag auf Schlag. Und das, obwohl es uns erst seit zweieinhalb Jahren gibt", sagt Felix. "Und wir sind ja auch nicht unbedingt so aufgestellt wie man sich 'ne Band vorstellt. Schlagzeug, Gesang und Gitarre, das is’es dann auch schon - das ist eben keine Band im herkömmlichen Sinne. Wir machen schon eher einzigartige Musik, die aber offenbar gefällt.“

 

Felix kam vor einigen Jahren für’s Architektur-Studium aus Ulm nach Dortmund. „Aus dem Spießig-bayrischen in die Nordstadt“, lacht er. Das Ruhrgebiet, Dortmund, die Nordstadt hat ihn verändert, vielleicht sogar geprägt. Er erzählt uns begeistert davon, wie positiv ihn der kulturelle Schock verändert hat, schließlich gibt’s in Ulm neben der einen oder anderen Döner Bude nur wenig multi-kulti. „Das war super spannend“, sagt er, „ich bin durch diesen Wandel so viel offener geworden.“

 

Als er damals nach Dortmund kam, ist er in eine WG gezogen, in der zu der Zeit auch Robert lebte. „Wir haben schnell festgestellt, bei uns passt es menschlich. Und inzwischen sind wir beste Freunde.“ Brookland ist für die beiden also nicht einfach nur eine Band, sondern was komplett anderes, so viel mehr als einfach nur eine kreative Verabredung. „Mit uns beiden ist es unkompliziert. Wir kommen schnell auf einen Nenner. Unsere Proben sind eher frei, daraus entstehen verrückte Gedanken und am Ende kommt was Gutes dabei raus. Wir kümmern uns nicht um musikalische Strukturen, sondern probieren aus und wenn es sich gut anhört… cool. Wir wachsen als Musiker mit der Band mit. Das ist verdammt spannend.“

 

Für Felix war’s dann doch nicht Architektur, aber die Affinität zu kreativ schaffenden Tätigkeiten bleibt. Inzwischen studiert er in Münster Design. „Wieder eine ganz andere Welt, dieses Münster“ – vielleicht zieht es ihn auch deshalb jedes Wochenende nach Dortmund. Zum Proben, für Auftritte, um die Tour zu planen, sich mit Kumpels treffen… „Ich glaub‘ nicht, dass es mich nach dem Studium Abschluss noch in Münster hält. Ob’s wieder nach Dortmund geht, das weiß ich noch nicht. Aber Dortmund und die Nordstadt werden auf ewig nen Platz in meinem Herzen haben.“

 

Robert betreut und unterstützt hauptberuflich als Sozialarbeiter jugendliche Flüchtlinge, gefällt es in Dortmunds Norden. Das mit Brookland läuft eben nebenbei. Schon ein ganz schöner Aufwand, finden wir und fragen nach, wie man das alles so nebenbei macht. Aber da bekommen wir von beiden fast die gleiche Antwort: „Es macht eben Spaß, wir können uns musikalisch ausprobieren, stehen da gar nicht unter Druck. Und wenn wir ganz ehrlich sind, fällt uns das grade alles zu. Anfragen zu Konzerten und Festivals, Preisnominierungen, Interviews… wir sind da gar nicht selbst hinterher, aber wissen es sehr zu schätzen und freuen uns einfach riesig.“

Die WG hat auch Robert schon längst verlassen, aber im Norden ist er geblieben. „Ich mag’s hier. Es macht mir Spaß die kreative Entwicklung zu beobachten. Hier hat sich viel getan in den letzten Jahren und auch musikalisch ist hier natürlich einiges los. Mit dem subrosa und dem Rekorder tut sich gerade für die lokale aber auch überregionale Indieszene hier einiges.“ Robert schätzt die Nähe zum Hafen, zum Kanal erwähnt eher augenzwinkernd, dass man „sich hier in schönen Altbauwohnungen noch relativ günstig einmieten kann.“

 

Musik, für die Jungs ist das ein Ventil, mit dem sie alles rauslassen können.  Und als wir fragen, wie das wäre, wenn jetzt, ganz hypothetisch, der riesen Durchbruch käme, sind sich beide einig: „Das wär‘ natürlich der Knaller!“

 

Hier findest Du alles rund um die Nominierung zum popNRW-PREIS und auch ein Video, das übrigens auf der Nordstadt Kirmes gedreht wurde.