Geschichten aus Dortmund

Menschen aus Dortmund

Die Schönheit der Stadt liegt im Detail.

 

Als Walter Keller sich Mitte der 70er mit seinem VW T1 nach Indien aufmachte, war das in seiner Heimatstadt, Bad Honnef, schon eine kleine Sensation. Die Bad Honnefer Volkszeitung, ihres Zeichens die kleinste Zeitung Deutschlands, berichtete mit stolzgeschwelltem Titel. Den Lesern gefiel’s und Walter begann selbst über seine Erlebnisse zu schreiben. Das war noch während des Studiums. Mit dem bestandenen Examen (Wirtschaft) in der Tasche machte er sich erneut auf nach Fernost. So richtig würde Asien ihn in seinem beruflichen Leben nie wieder loslassen. Rückblickend gesteht Walter, dass es ihn genauso gut nach Südamerika hätte verschlagen können. Warum also Asien? „Nach Asien kannst du mit dem Bulli fahren, nach Südamerika nicht.“ Logisch.

 

Das Wirtschaftsstudium blieb ungenutzt. Für zwei Jahrzehnte berichtete Walter als freier Journalist aus Indien, Sri Lanka, Pakistan, Nepal. Als Berichterstatter und Redakteur war er für führende deutsche Wochenzeitungen und den Hörfunk tätig. Immer irgendwie in Südasien und doch mit einem Fuß zu Hause in Deutschland. Mit der Zeit, seiner Frau und später der Familie wurde Dortmund immer mehr Ausgangs- und Anziehungspunkt. Die Familie pendelte zwischen dem Ruhrgebiet und Sri Lanka, wo Walter nach seiner Zeit als Journalist, noch für mehr als 10 Jahre als Projektleiter in der Entwicklungszusammenarbeit für die Bundesregierung arbeitete. Auch während im Land Bürgerkrieg herrschte.

 

Über seine Arbeit in Asien spricht Walter, als wäre sie wie jeder andere Job. Er sei nie abenteuersüchtig gewesen, sagt er. Die Chancen die sich ihm geboten haben, habe er einfach ergriffen. Alles danach hat sich dann gefügt. 2014 war es dann aber genug. Ja, er hätte weiter arbeiten können, brauchte es für sich aber nicht. Die logische Konsequenz war die Rückkehr nach Dortmund. Walter hatte immer viel übrig für das Ruhrgebiet. Wie viele Revierler, kann er sich schlecht damit abfinden, dass die Schönheit des Potts im innerdeutschen Ausland so wenig gewürdigt wird: „Die meinen doch, hier qualmen immer noch die Schlote.“

 

Die letzten zwei Jahre hat Walter nun dazu genutzt, Dortmund in’s „richtige Licht zu rücken“. Für sein Fotoprojekt DORTMUNDER AUGENBLICKE radelt Walter fast täglich durch seine Wahlheimat. Soweit das Wetter es denn zulässt: „Wenn es aus Kübeln schüttet, geh‘ ich auch nicht vor die Tür.“ So um die 10.000 Kilometer muss er wohl gefahren sein, schätzt Walter. Alles innerhalb der Stadtgrenzen. Die Kamera stets griffbereit. 

 

DORTMUNDER AUGENBLICKE ist eine Liebeserklärung. Walters Fotos zeigen Dortmund aus ungewohnten Perspektiven. Sie machen die Stadt kleiner, aufgeräumter und erforschen die vielen Gesichter unserer Lieblingsstadt. „Dortmunds Schönheit steckt im Detail“; in dem Miteinander von Mensch und Stadt. Das kann mal faszinierend schön, skurril oder witzig sein. Wir finden’s einfach Klasse und haben uns direkt für den kostenlosen DORTMUNDER AUGENBLICKE-Bilderdienst angemeldet - ganz old-school, total entschleunigt. Eine schnelle Mail an Walter und Du erhältst jeden Mittwochmorgen eine Auswahl von Walter Schnappschüssen der Woche. So viel Uneigennutz und so tolle Bilder – wir sind begeistert und hoffen auf viele weitere Jahre DORTMUNDER AUGENBLICKE.

 

Ganz viel mehr Fotos und Infos gibt’s hier.