Geschichten aus Dortmund

Menschen aus Dortmund

Wenn wir in die "Unterhaltung Lieblingsstücke" gehen, wissen wir manchmal gar nicht, wo wir nun zuerst hingucken sollen. Auf die unglaublich schönen Produkte oder auf Nadine. Die stets alle so freundlich begrüßt und die immer so aufregend gekleidet ist und einfach toll aussieht. Nadine ist die Geschäftsführerin des Dortmunder Ladens, der seit der 1. Stunde auch ahoi Lieblingsort ist. Und sie ist uns seither richtig ans Herz gewachsen. Es war also längst überfällig, dass wir uns auf ein Quätschen im Schönes Leben treffen und uns über das schöne Leben unterhalten.

 

Die Geschichte, wie Nadine in die Unterhaltung gekommen ist, finden wir großartig. Nadine ist nämlich eigentlich gelernte Erzieherin, liebt Kinder, aber fühlte sich noch nicht richtig angekommen. Eine Weiterbildung musste her. Ergotherapeutin? Huch, ne da ist ja Maschinenbau mit drin. Motopädin? Au ja, schon eher. Eine halbes Jahr galt es zu überbrücken. Mit irgendeinem Nebenjob. Und so schlenderte Nadine durchs Kreuzviertel. Und dann: Fata Morgana. In der Ferne zogen die schönen Farben der Unterhaltung (damals noch im heutigen milio) Nadine regelrecht magnetisch an. Es kribbelte im Herzen. Was für schöne Sachen, was ein toller Laden! "Brauchst du noch jemanden als Aushilfe?", fragte Nadine den Besitzer Matthias. "Nö" - Ernüchterung! "Aber lass mal deine Nummer da." Hoffnungsschimmer. Einen Tag später rief Matthias dann wirklich an und Nadine musste übernehmen. Alleine im Traumlädchen. Ab ins kalte Wasser! Und das war genau das, was Nadine in dem Moment brauchte. Denn von dem Tag an steht Nadine hinter dem Tresen der Unterhaltung. Liebt sie, lebt sie! Aus dem Nebenjob wurde der Hauptjob und mit dem Umzug in das heutige, größere Ladenlokal sogar die Geschäftsführung. Und aus der Unterhaltung wird immer mehr Nadine. "Da bin ich Matthias sehr dankbar, dass er mir so viele Freiräume gibt, mir vertraut und mich machen lässt."

 

Nadine macht ihren Job so gerne, dass sie anfangs vor lauter Aufregung gar nicht einschlafen konnte. So sehr freut sie sich auf den nächsten Tag. Auf eine der zahlreichen Messen, auf denen sie sich Inspiration holt, auf das Auspacken neuer Ware oder einfach auf das Lächeln, wenn sich jemand mit einer Kette oder einer Vase eine Freude gemacht hat. Es gab nur eine ganz kurze, dafür aber harte Zeit, in der Nadine wackelte. Da standen sich nämlich Dortmund und Berlin, der Job und die Liebe gegenüber. "Gehe ich mit? Bleibe ich hier?" Und sie blieb! Gott sei Dank! Denn neben der Liebe zum Job liebt sie einfach auch ihre Stadt. "Wenn ich von meinen anfänglichen Wochenendtrips aus Berlin in Dortmund ankam und das U gesehen habe, durchzuckte mich ein so starkes Gefühl der Heimatliebe und des sich Wohlfühlens, dass eine Entscheidung zu treffen immer leichter wurde." Ihre Lieblingsorte neben der Unterhaltung? "Der Hafen, weil es eine kleine andere Welt ist", schwärmt Nadine. Hier sitzt sie gerne mal nach Feierabend mit nem Wassereis oder nem Bierchen und schaut dem Treiben zu. Oder die Nordstadt, in der so viel Potenzial schlummert und in der es so viele tolle Orte gibt. Zum Beispiel das Tandura oder den Rekorder und das Roxy Kino.

 

Doch so schön Dortmund ist, Fernweh steckt auch in Nadine und wir kommen gemeinsam ins Schwärmen. Von Urlauben unter Palmen und Amsterdam. "Amsterdam ist Inspiration pur!" Die Menschen, die wie selbstverständlich ihr Grolsch auf der Bank vor der Haustür genießen und zusammenkommen, die vielen kleinen Läden, die tollen Labels... Und Frankreich mit den vielen schönen Frauen, die so toll gekleidet sind. "Oh ja, diese Französinnen....," schwärmt Nadine, die uns mit ihrem gut sitzendem Dutt und dem LA BOUM T-Shirt gegenübersitz, "die mit ihrem typisch unaufgeregten und sinnlichen Stil immer Lady sind, dabei aber auch stets ein bisschen 'rough' wirken und sich gerne auch mal mit nem Zigarettchen ablichten lassen.

 

Mode war schon als kleines Mädchen für Nadine ein Thema. "Das war schon immer da und die Modezeitschriften meiner Mutter wurden nach Eintreffen direkt zerschnitten und befanden sich größtenteils an meinen Wänden. Diese vielen tollen Frauen in den irren Klamotten. Das hat mich schon immer fasziniert", erzählt uns Nadine. Inspiration holt sich Nadine in anderen Städten, in Brigitte Bardot Filmen, auf Märkten... Der Clou: Immer ein kleiner Break. Zum Blümchenkleid lieber die weißen Sneakers als die schwarzen Pumps. "Nie zu viel Weibchen", so ihr Credo. Und ohne Schmuck läuft sowieso nix. "Dat is wie Zähneputzen, ohne geht's nicht aus dem Haus."