Geschichten aus Dortmund

Menschen aus Dortmund

„Ich warte immer noch auf den Zeitpunkt, an dem Berlin ins Ruhrgebiet zieht“, erzählt uns Daniel. Und lacht dabei gar nicht -schmunzelt vielleicht nur ein wenig- denn er meint das wirklich ernst. „Hier passiert so viel, Berlin sollte das nicht verpassen.“ Daniel ist 36 Jahre alt, gebürtiger Dortmunder, lebt und arbeitet hier und ist Initiator und Veranstalter der The Beat und Block Party!

Dortmund und das gesamte Ruhrgebiet sind für Daniel einfach großartig. Wenn jemand die Region auf seine Einfachheit reduziert, legt er Einspruch ein. Denn ganz im Gegenteil: " Wir leben doch hier von der Diversität der Region." Und fügt hinzu: "Sicher sind die Leute hier einfach, aber gar nicht im Negativen, sie sind ehrlich und dadurch authentisch, bewahren sich stets einen hohen Grad an Loyalität." Daniel gibt die Hoffnung von dem Umzug Berlins also noch nicht auf, denn gerade jetzt tut sich hier eine Menge, werden spannende Projekte gestartet, in allen Bereichen. Alte Orte werden neu erkannt und bekommen endlich ihre gebührende Anerkennung. So zum Beispiel eine alte Abrissbrücke am Phoenixsee, wo Daniel schon mit 15 seine Zeit verbrachte, die nun aufgehübscht wurde und Dortmund einmal mehr sehenswerter macht.

 

Gebührende Anerkennung aber hat Daniel auch selbst verdient. Der 36-jährige Raumplaner hat mit seiner Partyreihe The Beat und ganz neu auch Block Party die Partyszene in Dortmund mit geprägt, die Gitarre zurück in die Clubs geholt und die Indie-Bewegung in Dortmund groß gemacht. Wie alles begann? Daniel hat schon in seinem Studium immer die Fachschaftspartys begleitet. Als das Studium zu Ende war, war die Leidenschaft Partys zu organisieren aber immer noch da - die The Beat Partyreihe geboren. The Beat ist für Fans von Indie-Musik. Fans von guter, rockiger Gitarrenmusik. Daniel, der selber seit er 15 Jahre alt ist Gitarre spielt und in Bands gespielt hat, fehlte die Gitarre in der Dortmunder Partyszene. Die hat er mit den The Beat Partys zurückgeholt. Begonnen hat alles im Kraftstoff. Kicker und Stühle raus und schwupps war eine Tanzfläche da. Seit 2007 finden die Partys statt. Erst im Kraftstoff, seit 7 Jahren im Tanzcafé Oma Doris. Daniel legt übrigens selber auf. Er organisiert also nicht nur die Party, sondern auch das Musikkonzept des jeweiligen Abend. Und weil Daniel die Gitarre auch noch in sein Lieblingsviertel, oder sagen wir seinen "Block" holen wollte, findet heute (10. Juni) die zweite Block-Party im Silent Sinners statt. Was ist der Unterschied zwischen The Beat und Block Party? The Beat spielt Indie-Musik der letzten Jahrzehnte und pusht die aktuellen Juwelen der Indie-Szene, bei der Block Party gibt es die Knaller-Gitarrensongs aus den 2000-er Jahren. "Die Gäste sollen sich an vor zehn Jahren zurück erinnert fühlen, zu jedem Lied ein Gedanke - wir wollen einfach die Hits der 2000er feiern!"

 

Nach so einer Party frühstückt Daniel am Liebsten im Café Asemann oder im Froilein Meier. In Letzterem hat es Daniel (nach eigener Aussage) geschafft, den Flat White auf die Getränkekarte zu bringen. Ein extra starker Cappuccino, der nach nem Partywochende der perfekte Start in den Tag ist. Ein weiterer Lieblingsort ist auch unbedingt der Tremonia Park und als Stadtplaner auch interessant die Tremoniasiedlung. Und dann natürlich das Westviertel, sein Block, mit dem Westpark und den ganzen netten Cafés und Kneipen. Seine Liebste? Immer da wo die Sonne scheint!