Geschichten aus Dortmund

Menschen aus Dortmund

Eine Armlänge entfernt ist der Borsigplatz vom "Schloss" der Künstlerin "Prinzessin LindaQuinda". Wir waren zu Besuch und haben nett geplaudert, gestaunt über ihre Werke, Einblicke bekommen in ihre kreative Welt, Käffchen geschlürft und eine Lobhudelei an Dortmund notiert. Und wir durften in Lindas Tagebücher schauen. Auch neugierig? Linda stellt Teile ihrer Tagebucheinträge schon ganz bald im Rekorder (achtet auf unseren Tipp der Redaktion) aus. Warum? Na darum:

Triffst Du Linda, kannst Du Dir zweier Dinge sicher sein: Es ist unglaublich lustig und nett mit ihr und Du wirst sie nie ohne ihr Tagebuch und einen schwarzen Kulli antreffen. Denn Linda hält ihre Umwelt in einem graphischen Tagebuch fest. Direkt vor Ort zeichnet sie und hält damit fest, was ihr vor's Auge kommt. Das kann in der Bahn sein, auf einem Konzert, bei Theaterstücken, beim Seitanburger braten mit den Freunden, auf Hochzeiten ....

Das Besondere: Die Arbeiten in den Tagebüchern gewähren Einblicke in Lindas Leben, doch die zeichnerische Umsetzung wahrt ihre Intimsphäre. Greift sie doch nur Momente auf. Zeichnet die Menschen, die ihr begegnen ohne Gesicht (Gesichter malen kann sie aber sehr wohl ) und trotzdem erkennt man die Personen, weil sie den Charakter auch ohne Gesicht einfangen kann. Doch: Da die Graphiken in ihren Details lediglich von Linda selbst im Ganzen erkannt werden können oder eine Annäherung des Rezipienten nur nach Beziehungsstand zum Leben der Künstlerin stattfinden kann, ist es ihr möglich, die Arbeiten öffentlich zu zeigen.

Und deshalb dürfen wir nun ihre Tagebücher in den Händen halten. Schon ein komisches Gefühl erst. So ein Tagebuch von jemand anderes in der Hand zu halten. Das durften wir das letzte Mal mit 14 bei der besten Freundin. Obwohl wir die Zusammenhänge bei Linda nicht immer verstehen, staunen wir beim Durchblätter der vielen Tagebücher. In ihrem Regal haben sich nämlich schon einige angesammelt. Die Reihe umfasst mehrere Bände, die seit 2003 geführt werden. Und das konsequent. "Man sieht mich nie mit Smartphone an der U-Bahn-Haltestelle daddeln, ich warte nie, ich zeichne" erzählt Linda uns. Denn wenn Du Deine Umgebung bewusst wahrnimmst, erkennst Du auch die skurrilen, schönen Dinge und kannst sie zeichnerisch festhalten. "Völlig unterschiedlich und abwechslungsreich gestalte ich die Kompositionsanlagen und experimentiere mit einer Fülle von Materialien, wobei der Kugelschreiber dominiert: Graphit, Acryl, Aquarell, Marker, Buntstifte, Tusche, Prickelnadel; Aufkleber, Fundstücke, Wein etc.". 

 

Das Tagebuch zeichnen ist etwas, was Linda immer begleitet. Manchmal hat sie dann Bock  außerhalb ihres Tagebuches auf größeren Formaten zu zeichnen, holt den Aquarellkasten raus, setzt sich ans Fenster, beobachtet die Tiere in der Nordstadt und fängt an zu zeichnen . Wahnsinn. Wir staunen. Oder sie illustriert Kinderbücher, erstellt kleine Postkarten. Lindas Palette als Künstlerin ist vielfältig, skurril, persönlich. Das mögen wir. Denn auch immer ist ein Stückchen Dortmund in ihren Werken zu finden.

 

Ihre Beziehung zur Stadt? "Mein Herz ist ein glühendes Stück Kohle und weiß ganz genau, wo es hingehört - nach Dortmund," schwärmt Linda. Hach, das geht runna wie Öl. Und was sind ihre Lieblingsorte? "Ein Ort wird zu etwas Besonderem, wenn man mit besonderen Menschen dort ist," sagt Linda und überlegt. Das Sissikingkong, die tollen Kioske in der Gegend, der Höschpark, der Hafen, das Subrosa und der Rekorder sind alles Orte, an denen Linda sich gerne aufhält. Im Letzteren besonders oft zu Konzerten zusammen mit Freunden. Hier hält sie viele Situationen in ihrem Tagebuch fest. Und deshalb kam auch die Idee der Ausstellung. Auf Kappa bedruckte Auszüge ihrer Werke kannst Du hier sehr bald sehen und kaufen. Und wenn Prinzessin LindaQuinda da ist, schnapp sie Dir und lass Dir zu ihren Werken etwas von ihr höchstpersönlich erzählen. Dahinter verbergen sich großartige Geschichten. Wie viel Dir Linda erzählt? Sei gespannt!

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