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Im Familien-Interview: Manuel – Papa und Physiotherapeut

|   Familienzeit

Manuel ist Vater geworden, ist mit der Familie in ein neues Haus gezogen und hat eine eigene Physio-Praxis eröffnet – ganz schön viel zu tun. Im Familieninterview erzählt er, was ihn antreibt und wie er das alles schafft. Und warum er immer darauf achtet, welche Unterwäsche er trägt.

Hast Du selbst schon einmal eine Physiotherapie benötigt?
In meiner aktiven Handball-Zeit habe ich viele Verletzungen gehabt, die auch Physiotherapien erfordert haben. Eine Knie-OP hat mich dann endgültig dazu gebracht mein Studium zu schmeißen, um eine Ausbildung als Physiotherapeut zu beginnen. Ich wollte lernen, welche Möglichkeiten und Therapien es gibt, eine Verletzung zu heilen und die Mobilität und Funktion des Körperteils wiederherzustellen. 

Was schätzt Du besonders am Beruf des Physiotherapeuten? 
Es ist schön, den Menschen zu helfen. Dabei sind es neben den Sportlern besonders die älteren Menschen, denen ich ein Stück mehr Lebensqualität erbringen kann. Es ist ein gutes Gefühl zu erfahren, dass ein Patient durch die Hilfe der Therapie wieder mobiler ist und seinen Alltag vielleicht wieder ohne Hilfe anderer bestreiten kann. Die Dankbarkeit der Patienten zu erleben, ist ein besonderer Antrieb in dem Job. 

Bei dem Beruf sollte man wohl keine Berührungsängste haben, oder?
Wer Berührungsängste hat, wird diese in der Ausbildung ganz schnell ablegen – oder direkt aussortiert. Da wird ständig aneinander rumgeknetet und man muss sich häufig bis auf Unterwäsche und Socken frei machen. Das hat mich sehr sensibilisiert und seitdem habe ich keine Löcher mehr in den Socken und achte darauf, welche Unterwäsche ich trage. (lacht) 

   

Wer unsere Fragen beantwortet hat...
Manuel Aßhoff (43) ist gebürtiger Dortmunder und lebt mit Partnerin Virág Vaszari und dem zweijährigen Sohn Márton in Berghofen. Sein BWL-Studium hat Manuel nach ein paar Jahren an den Nagel gehangen, um eine Ausbildung zum Physiotherapeuten zu machen. Von 2006 bis Ende 2020 arbeitete er als Physiotherapeut, zuletzt in leitender Position im ambulanten Rehazentrum in Hagen. Im Februar 2021 eröffnete er mit zwei Partnern seine eigene Physio-Praxis in Wambel – Aktiv & Gesund.

Interview: Beate Hassel

   

Wie hat sich die Arbeit als Physiotherapeut durch Corona verändert?
Grundlegend hat sich nicht viel verändert. Mal abgesehen davon, dass wir seit Mai 2020 mit FFP2-Masken arbeiten und noch mehr desinfizieren, als wir es ohnehin schon getan haben. Als ich letztes Jahr noch in Hagen als angestellter Therapeut gearbeitet habe, hab ich aber schon gemerkt, dass die Patienten ängstlich waren und nicht zur Behandlung gekommen sind. Fast 60 Prozent der Leute sind weggeblieben. Das hat uns bei den Plänen zur Selbstständigkeit auch ein paar Sorgen bereitet. Doch wir wussten, dass Physiotherapien auch in Pandemie-Zeiten notwendig sind, und haben uns bei unserer Arbeit immer an die Vorgaben der Berufsgenossenschaft gehalten. 

Was war der Auslöser für die Selbstständigkeit? 
Durch den Handballsport bin ich gut vernetzt und schon häufiger gefragt worden, ob ich nicht eine eigene Praxis habe. Die Idee, sich selbstständig zu machen, kam immer mal wieder auf und ist leider an der Immobiliensuche gescheitert. Es sind so viele Auflagen, die die Räumlichkeiten erfüllen müssen. Mit meinen damaligen Arbeitskollegen Caroline und Jonas haben wir ein eigenes Konzept erarbeitet und im Juni 2020 die Ausschreibung für die passenden Praxisräume gefunden. Die Immobilie erfüllte viele Kriterien und hat eine große Trainingsfläche ermöglicht. Das war für uns besonders wichtig, da wir unsere Therapien sehr aktiv mit den Patienten umsetzten.   

Daher auch der Name „Aktiv & Gesund“?
Ja, genau. Bei uns wird viel auf der Trainingsfläche an den Geräten gearbeitet. Wer seine Mobilität verbessern und Kraft aufbauen möchte, muss auch aktiv daran arbeiten. Unsere Therapien orientieren sich ganz klar an wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber der Fokus liegt auf der aktiven Mitarbeit der Patienten. 

   

Aktiv & Gesund
Gemeinsam mit seinen zwei Geschäftspartnern Caroline Wüstefeld und Jonas Schmidt hat Manuel Aßhoff das Physiotherapiezentrum Aktiv & Gesund am Wambeler Hellweg 68 eröffnet. Die drei kennen sich aus dem ambulanten Rehazentrum in Hagen. Neben einer Trainingsfläche mit Geräten verfügt ihre Praxis auch über eine Multifunktionswand – laut Manuel ist diese in Dortmund einzigartig. Aktiv & Gesund ist bei Instagram zu finden, telefonisch unter 0176 / 700 33 265 sowie per E-Mail an infoaktivundgesund-dode zu erreichen.

   

Apropos aktiv: Wie schaffst Du es, aktiv am Familienlieben mitzuwirken?
Ich muss zugeben, dass mir das im letzten Jahr als Angestellter in Kurzarbeit viel besser gelungen ist. Mein Sohn Márton war noch kein Jahr alt und es war eine sehr schöne und intensive Zeit. Da hatten wir als Familie sehr viel voneinander. Aber auch jetzt, wo ich keine geregelte Feierabendzeit habe, versuche ich, so viel es geht für den Kurzen da zu sein. Ihm abends eine Geschichte vorzulesen und ihn ins Bett zu bringen. Es gibt aber auch Tage, da bin ich total baff, was Márton plötzlich alles kann: Meine Lebensgefährtin Virág kommt gebürtig aus Ungarn und unser Sohn wächst zweisprachig auf. Da kommt es schon mal vor, dass er mir Fünf-Wort-Sätze auf Ungarisch um die Ohren haut und ich nix davon verstehe. 

Was ist Dein Ausgleich zum stressigen Alltag?
Früher bin ich gerne zum Handball gegangen oder war mit Freunden mal ein Bier trinken – das hat bis vor Kurzem alles nicht stattgefunden und natürlich fehlte da auch die Zeit für. Deshalb habe ich meinen Ausgleich in der Gartenarbeit gefunden. Wir haben uns vor zwei Jahren ein Reihenhaus in Berghofen gekauft und gerade ackere ich dort jedes Wochenende im Garten und machen alles neu. Ich bin froh, dass ein paar meiner Freunde mir dabei helfen und wir nach getaner Arbeit auch mal zusammen was trinken können.  

Wie sieht ein typischer Familientag bei Euch aus? 
Momentan ist das eher selten. Aber wenn wir es mal schaffen, die Zeit gemeinsam zu verbringen, zieht es uns immer gerne raus. Es reicht dann auch, in den Wald zu gehen und die Natur um sich zu haben oder wenn ich Márton einfach mal zeigen kann, was eine Kröte ist. Manchmal ist es uns sogar gelungen, spontan ans Meer zu fahren, um dort ein wenig abzuschalten. Ansonsten ist Handball bei uns noch ein großes Thema: Virág war bis zu ihrer Schwangerschaft Handballspielerin bei Borussia Dortmund. Wir haben uns auch darüber kennengelernt. Wenn sich die Möglichkeit bietet, gehen wir gerne noch gemeinsam zu `nem Spiel. 

Hast Du einen Ausflugstipp für Familien in Dortmund? 
Wir gehen gerne mal an der Hohensyburg wandern (zu unserem Audio-Guide zur Hohensyburg geht es hier). An den Ruhrhängen jenseits der Syburg hat man schöne Aussichten auf den Hengsteysee umd man kann Mauer-Eidechsen auf den Felsen beobachten. Oder wir fahren nach Hagen ins Tiefendorf, um dort die Natur zu erleben. Auf unserer Runde kommen wir an Bauernhöfen und Feldern vorbei, sehen Kühe, Esel und Pferde.  

Was ist Dein absoluter Lieblingssong, der Dir gute Laune macht? 
„Ready or not“ von Fugees erinnert mich immer an den Sommer 1996 und die Olympischen Spiele in Atlanta: Ich war vor Ort in einem Camp voller junger Leute aus NRW und hab die Sportveranstaltungen live gesehen. Das war schon cool!

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