Zum Hauptinhalt springen
Facebook
Instagram
Shop

Mein Schrebergarten, meine Familie – und ich

|   Familienzeit

Kleingarten, wie spießig ist das denn?! Doch seit Corona weiß ich: Es ist das Beste, was meiner Familie passieren konnte! Was uns besonders gefällt, wie wir aufgenommen wurden und welche Projekte anstehen – in der Reihe DORTMUNDschrebert nehme ich Euch von jetzt an mit in unseren Schrebergarten.

Wir sind eine Familie mit einem aktiven Anderthalbjährigen, die in einer Stadtwohnung mit Balkon wohnt. Da ist ein Schrebergarten die beste Lösung, um sich im eigenen Stück Grün austoben zu können.

Wir haben bisher keinerlei Erfahrung mit Gartenarbeit und das Basilikumtöpfchen auf unserer Fensterbank hat auch nur wenig Beachtung bekommen. Doch wir sind hoch motiviert, künftig unsere eigenen Kartoffeln, Erdbeeren und Äpfel zu ernten – das wird ja wohl kein Hexenwerk sein! Seit Oktober schrebern wir nun, und darüber sind wir sehr glücklich, denn wegen der Pandemie ist der Run auf Schrebergärten so groß wie nie zuvor. 

Viele Wegen führen zum Schreber… 

Bereits vor zwei Jahren haben wir von Freunden erfahren, dass in der Schrebergartenanlage "Sonnenblick e. V." eine Parzelle frei wird. Also nahmen wir im Herbst 2019 Kontakt zur Vorbesitzerin – Frau K. – sowie zum Vorstand des Vereins auf und stellten uns persönlich vor. Die ältere Dame war seit 50 Jahren im Besitz der Parzelle. Sie lebte für ihren Garten und pflegte ihn wie kaum jemand in dieser Anlage. Ich würde sogar behaupten, sie war so was wie eine Koryphäe in diesem Bereich – kein anderer Garten hatte so prachtvolle Rosen und so volle Apfelbäume.  

   

Ich bin...
Beate Hassel (36), glücklich verheiratete Ehefrau und Mutter eines anderthalbjährigen Sohnes namens Fritz. In Gelsenkirchen habe ich Journalismus und PR studiert und befinde mich momentan in Elternzeit. Als freie Mitarbeiterin kümmere ich mich bei DORTMUNDahoi um die Familienthemen. Wenn ich gerade nicht in Dortmund bin, findet man mich mit meiner Familie in unserem Van irgendwo am Atlantik – oder besser gesagt, in den Wellen. Denn meine große Leidenschaft ist das Surfen.

   

Die Messlatte lag daher sehr hoch und wir sicherten ihr zu, uns Mühe zu geben, ihren Garten auch weiter so gut instand zu halten. Doch neben den schönen Pflanzen und fruchtbaren Beeten war unser Highlight die Lage der Parzelle: Mit Blick auf die Bolmke und dem strahlend gelben Stadion im Rücken war es für uns die beste Kulisse überhaupt. Dazu ist es mit knapp drei Kilometern ein Katzensprung zu uns nach Hause.  

Eine makabre Vorbesitzerin

Frau K. war nicht nur eine begnadete Gärtnerin, sie ließ es sich auch nicht nehmen, bei jeder Gelegenheit zu erwähnen, wie viel Arbeit damit verbunden ist. "Zwei Männer habe ich in diesem Garten gelassen", sagte sie makaber dazu. Trotz der vielen Arbeit und der von ihr oftmals betonten "schweren körperlichen Tätigkeiten" konnte sich die Rentnerin – verständlicherweise – nur schwer davon trennen. 

Während des Lockdowns im April 2020 hatten wir uns gewünscht, wir wären schon im Besitz des Schrebers. Damals, als die Spielplätze dicht waren und wir ewig lange Spaziergänge durch Parks und Wälder machten, wäre so ein privater Rückzugsort das Beste gewesen.  

Der eigene Garten – zum Greifen nah

Im Mai kam dann der Anruf von Frau K. mit der Info, sie hätte den Garten beim Vorstand zum Jahresende gekündigt und uns als potenzielle Nachmieter empfohlen. Prompt sprachen wir erneut unser Interesse beim Vorstand aus, der uns zwei Wochen später als Mitglieder in den Verein aufnahm. Wir hatten es geschafft: Unser Schrebergarten war zum Greifen nah! 

Den Sommer verbrachte Frau K. noch in ihrem Garten und wir unsere Elternzeit am Atlantik. Im Juli kam dann die Nachricht: "Wenn Sie möchten, können wir die Übergabe schon im Oktober machen", teilte uns Frau K. mit. Sie würde nur noch die Kartoffelernte abwarten und uns dann die Parzelle überlassen. "Super! Da freuen wir uns sehr, dass wir schon im Herbst übernehmen dürfen", so mein Mann. "Dann genießen Sie noch den Urlaub. Im nächsten Jahr steht hier viel Arbeit für Sie an!", verabschiedete sie sich gewohnt spitzzüngig. 

Rosen, Hortensien und Obstbäume als Wertanlage

Da Kleingärten als öffentliche Grünflächen gelten und somit Eigentum der Stadt sind, wurde für das Grundstück inklusive Bepflanzung von einem unabhängigen Gutachter eine Abschlagssumme geschätzt. Dank der vielen Rosen, Hortensien und Obstbäume fiel die Summe mit 2400 Euro recht hoch aus – ein Grund mehr für uns, den Schreber auch in Zukunft gut in Schuss zu halten.  

Frau K. wollte auch nichts mehr aus ihrer Laube oder von ihrem Gartenwerkzeug mitnehmen, außer den guten Spaten ihres verstorbenen Mannes – den Rest überließ sie uns für kleines Geld. Darunter die vollausgestattete Laube mit einer Kochzeile aus türkis-geblümten Kacheln und dem Charme der 70er. Den Garten übernahmen wir im einwandfreien Zustand – wie zu erwarten, war bereits alles runtergeschnitten und winterfest gemacht.  

Der kleine Wasserträger

Seit Mitte Oktober sind wir nun also Schrebergartenbesitzer! Schon bald folgte der zweite Lockdown. Zu der Zeit spielte das Wetter noch mit und wir konnten uns an den Wochenenden in unseren Schreber zurückziehen.  

Unserem Sohn genügt es, den ganzen Tag Wasser aus der großen Regentonne von A nach B zu kippen und für anständige Pfützen zu sorgen. Aber auch beim Laubfegen hat uns der kleine Mann schon tatkräftig unterstützt. Und irgendwie zieht ihn der Komposthaufen magisch an. 

Es gibt viel zu tun… 

Voller Tatendrang fingen wir noch Ende November an, der Einrichtung der Laube einen "makeover" zu verpassen. Wir kombinierten den urigen Vintagelook mit ein bisschen Hippie-Style und versuchten durch Urlaubsbilder und Mitbringsel, ein Stück Algarve nach Dortmund zu bringen. Leider ist unsere Arbeit wegen des Wetters und der geschlossenen Baumärkte ins Stocken geraten.  

Sobald wir wieder an "Stoff" kommen, werden ein Sandkasten und eine Matschküche für unseren kleinen Gartenfreund gebaut. Auch eine Sonnenterrasse mit Sitzlounge steht auf dem Plan. In erster Linie möchten wir aber den Garten weiter pflegen und im Laufe des Jahres unser eigenes Obst und Gemüse ernten – und das nicht nur, weil es die Gartenverordnung vorschreibt. Zum Glück haben wir so aufmerksame Nachbarn, die uns darauf hinweisen, "dass das Springkraut nicht vor dem Zaun Halt macht". So viel zu unserer ersten Erfahrung mit einer waschechten Kleingärtnerin.  

Wir werden sehen, wohin das noch führt – ich halte Euch auf dem Laufenden... 

   

Macht mit!
Habt ihr auch einen Schrebergarten? Dann zeigt uns doch bei Instagram oder Facebook Eure schönsten Bilder und erzählt uns Eure besten Anekdoten aus dem Vereinsleben. Postet Eure Fotos oder Storys mit dem Hashtag #DORTMUNDschrebert, markiert uns oder schickt uns Eure Eindrücke per DM. Ihr könnt uns natürlich auch eine E-Mail schreiben. Wir freuen uns auf Eure Anekdoten!

   

Auch Lust auf einen Schrebergarten bekommen?

Wir haben Euch 15 Kleingartenvereine in unterschiedlichen Lagen in Dortmund aufgelistet. Durch die hohe Nachfrage, kann es zu Wartezeiten bis zu zwei Jahren kommen. Doch anrufen und nachfragen kostet ja bekanntlich nix.  

Innenstadt Nord:
Kleingärtnerverein Hafenwiese e. V. 

Eving:
GV Zur Sonnenseite e.V 

Brechten:  
Gartenverein Brechten e.V. 

Scharnhorst:  
Gartenverein“Im Weidkamp”e.V. 

Brackel:  
Gartenverein In den Westkämpen e.V. 

Wambel:  
Gartenverein "Am Nußbaumweg" e.V. 

Innenstadt-Ost:  
Gartenverein "Zur Lenteninsel" e.V. 

Innenstadt Süd:
GV Bolmketal e.V. 

Aplerbeck:
Gartenverein Fröhliche Morgensonne e.V. 

Hörde:
Gartenverein Am grünen Entenpoth e.V. 

Löttringhausen:
Gartenverein Löttringhausen e.V. 

Marten:
Gartenverein vorm Hasenberg 

Bodelschwingh:
Kleingartenverein Haberlandstraße e.V. 

Barop:
Gartenverein "Zur Quelle" e.V. 

Dorstfeld:
Gartenverein Oberdorstfeld e.V. 

alle Geschichten