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Sommer im Schrebi: Zwischen Schnecken, schlafen und schuften

|   Familienzeit

So habe ich mir den Sommer vorgestellt: Beine hoch, Plauze in der Sonne und Kind im Pool. Doch dass ich mein Bier mit den Schnecken teilen muss, habe ich nicht geahnt. In DORTMUNDschrebert lest Ihr, was gegen Schneckenbefall hilft, welche Arbeit im Verein anfällt und was es zu feiern gab.

Wer hat eigentlich in Zeichentrickfilmen den Schnecken ihr niedliches Aussehen verliehen? Schon Julia Roberts hat ihnen in "Pretty Woman" die richtige Bezeichnung gegeben: "schlüpfrige kleine Scheißerchen". Das sind sie! Denn sie schleimen nicht nur rum und sehen ekelig aus, sie fressen sich wild durch den Garten und haben bereits unseren Salat, Brokkoli und die Erdbeeren angefressen. 

Schnecken mit Alkoholproblem 

Also musste ein altes Hausmittelchen gegen die Schnecken her: Bier. Dabei werden kleine Schälchen mit Bier in den Boden eingegraben und fertig sind die Schneckenfallen. Die Schleimbeutel werden von dem Biergeruch angezogen, fallen hinein und ertrinken – es gibt Schlimmeres, als am Bier zu sterben.  
   
Doch bei uns hat das Bier nicht ausgereicht, es waren einfach zu viele, es musste Korn her! Um genauer zu sein: Schneckenkorn. Das ist nix Hochprozentiges, sondern ein Giftmittel gegen Schädlinge im Garten. Bisher hilft es ganz gut. Ich möchte nämlich nicht erneut Gemüsepflanzen kaufen, um diese dann an die Schnecken zu verfüttern. 
   

Ich bin...
Beate Hassel (36), glücklich verheiratete Ehefrau und Mutter eines zweijährigen Sohnes namens Fritz. In Gelsenkirchen habe ich Journalismus und PR studiert und befinde mich momentan in Elternzeit. Als freie Mitarbeiterin kümmere ich mich bei DORTMUNDahoi um die Familienthemen. Wenn ich gerade nicht in Dortmund bin, findet man mich mit meiner Familie in unserem Van irgendwo am Atlantik – oder besser gesagt, in den Wellen. Denn meine große Leidenschaft ist das Surfen.

   

Wundertüte Schrebergarten

Abgesehen von der Schneckenplage, haben wir aber wirklich großes Glück gehabt mit unserem Schrebi und mit der Vorbesitzerin. Sie hat uns den Garten so tadellos überlassen, dass er sich für uns gerade wie eine Wundertüte anfühlt. In jeder Ecke blühen wöchentlich neue Blumen auf. Die Pfingstrosen schossen in die Höhe, Mohnblumen ragten hinter den Apfelbäumen hervor und aktuell blühen an jeder Ecke Rosen in den schönsten Farben auf. 
   
Ich gebe zu, als Garten-Laie bin ich häufig überfraget, wenn es um die Frage geht: "Ist das ‘ne Blume oder kann das weg?". Aber da verlasse ich mich auf mein Gefühl und rupfe alles raus, was so aussieht, als würde es dort nicht hingehören. Ich bin ja froh, dass es so nützliche Helfer wie Pflanzen-Apps gibt, mit denen man durch Fotos ermitteln kann, um welche Blume, welche Frucht oder welchen Baum es sich handelt.  
   

Beeren soweit das Auge reicht 

Durch diese Pfanzen-App sind wir nämlich auch darauf gestoßen, dass wir neben den drei wuchernden roten Johannisbeersträuchern auch einen Strauch der schwarzen Johannisbeere besitzen. Ich werde wohl in die Marmeladen- und Likörproduktion einsteigen müssen, um die riesigen Mengen an Beeren überhaupt zu verarbeiten. 
   
Die Erdbeeren waren jedenfalls schon mal ein Highlight für unseren Sohnemann Fritz. Wie erwartet saß er ständig im Beet und hat sie sich reingestopft. Fürs Abwaschen war keine Zeit und das bisschen Erde darauf sorgte für den zusätzlich Crunch. 

   

In den bisherigen Folgen unserer Serie #DORTMUNDschrebert, hat uns Beate erzählt, wie sie überhaupt an den Schrebergarten gekommen ist, wie sie den Sandkasten und die Matschküche gebaut hat und wodurch erste Konflikte mit der Nachbarin entstanden sind. Außerdem könnt Ihr lesen, was das Kamerateam vom WDR dort zu suchen hatte. 

   

Übernachtungs-Premiere 

Die ersten eigenen Erdbeeren zu ernten war schon aufregend, denn wir erleben in unserem Schrebi in dieser Saison alles zum ersten Mal: Die ersten Äpfel an den Apfelbäumen, die ersten Zucchini und Tomaten im Gemüsebeet und die erste laue Sommernacht. Es ist offiziell nicht erlaubt, in der Gartenlaube zu schlafen – doch eigentlich macht es fast jeder mal.  

Also haben wir uns für eine Nacht in der Laube gerüstet und neben der Schlafcouch das Reisebett von Fritz aufgestellt. Wir haben gekocht und auf der Terrasse gemeinsam zu Abend gegessen. Es war ruhig, idyllisch und hatte auch etwas von Camping-Urlaub.  
   
Die Feuerschale wurde angeworfen und bei ‘nem Glas Rotwein haben wir die schöne Kulisse einfach auf uns wirken lassen. Das Westfalenstadion war die einzige Lichtquelle im Umkreis und es hatte wirklich etwas Magisches, die gelben Pylonen hinter unserer Laube strahlen zu sehen. Es fehlte nur noch Frank Sinatra, der für uns singen müsste: "Schreber in the night".  

    
Anpacken statt Anstoßen 

Aber das Leben des Kleingärtners besteht nicht nur aus Rumsitzen und dem Gras beim Wachsen zusehen, da wird auch angepackt. Denn zum Vereinsleben gehören auch die Gemeinschaftsstunden, die jeder Pächter leisten muss. Es sind pro Parzelle 15 Stunden im Jahr.  

Dabei fallen Arbeiten zur "Erhaltung der Gemeinschaftsanlage" an, wie zum Beispiel den Spielplatz in Schuss bringen, die Grünanlagen mähen oder Reparaturarbeiten am Vereinsheim vornehmen. Bislang hat sich nur mein Ehemann Moritz an der Arbeit beteiligt – einer muss ja auf das Kind aufpassen.  

Die Gemeinschaftsstunden bieten aber eine gute Gelegenheit, die anderen Kleingärtner einmal kennenzulernen. Dank Corona finden nämlich Veranstaltungen wie das jährliche Sommerfest oder das sonntägliche Frühschoppen im Vereinsheim leider nicht statt. Auch wenn diese Optionen eher nach unserem Geschmack wären, sind wir froh, überhaupt mal die Vereinsmitglieder kennenzulernen und uns bei ihnen ein paar Tipps einzuholen.     
   

DORTMUNDschrebert bei der WDR Lokalzeit
Vor einigen Wochen war das Fernsehteam vom WDR bei Beate im Garten und hat einen Beitrag für die Lokalzeit gedreht. Was Beate dort zu berichten hatte und wie sich Fritz vor der Kamera benommen hat, könnt Ihr in unserem Instagram-Video sehen. 


EM-Fieber im Schrebergarten  
   

Mit Start der Fußball-EM haben wir immer mehr Nachbarn gesehen, die mit ihrer Schubkarre die Flatscreens in den Garten geschoben haben. Natürlich haben wir nachgezogen und uns ebenfalls mit einem Fernseher ausgestattet.  

Das Spiel Deutschland gegen Portugal haben wir mit den Freunden aus dem Schrebi gegenüber und unserer Familie geschaut. Mit Köstlichkeiten vom Grill, kalten Getränken und einer Wasserrutsche für die Kids haben wir bei bestem Wetter einen wundervollen Tag verbracht. Endlich konnten wir wieder Besuch empfangen, unbeschwert zusammensitzen und den Sommer genießen – so haben wir uns das Schreberleben vorgestellt.  
   

Macht mit!
Habt Ihr auch einen Schrebergarten? Dann zeigt uns doch bei Instagram oder Facebook Eure schönsten Bilder und erzählt uns Eure besten Anekdoten aus dem Vereinsleben. Postet Eure Fotos oder Storys mit dem Hashtag #DORTMUNDschrebert, markiert uns oder schickt uns Eure Eindrücke per DM. Ihr könnt uns natürlich auch eine E-Mail schreiben. Wir freuen uns auf Eure Anekdoten!

   

Auch Lust auf einen Schrebergarten bekommen?

Wir haben Euch 15 Kleingartenvereine in unterschiedlichen Lagen in Dortmund aufgelistet. Durch die hohe Nachfrage, kann es zu Wartezeiten bis zu zwei Jahren kommen. Doch anrufen und nachfragen kostet ja bekanntlich nix.  

Innenstadt Nord:
Kleingärtnerverein Hafenwiese e. V. 

Eving:
GV Zur Sonnenseite e.V 

Brechten:  
Gartenverein Brechten e.V. 

Scharnhorst:  
Gartenverein“Im Weidkamp”e.V. 

Brackel:  
Gartenverein In den Westkämpen e.V. 

Wambel:  
Gartenverein "Am Nußbaumweg" e.V. 

Innenstadt-Ost:  
Gartenverein "Zur Lenteninsel" e.V. 

Innenstadt Süd:
GV Bolmketal e.V. 

Aplerbeck:
Gartenverein Fröhliche Morgensonne e.V. 

Hörde:
Gartenverein Am grünen Entenpoth e.V. 

Löttringhausen:
Gartenverein Löttringhausen e.V. 

Marten:
Gartenverein vorm Hasenberg 

Bodelschwingh:
Kleingartenverein Haberlandstraße e.V. 

Barop:
Gartenverein "Zur Quelle" e.V. 

Dorstfeld:
Gartenverein Oberdorstfeld e.V. 

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